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Lady Snowblood (1973)
Eine Kritik von Jesse James (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 27.08.2006, seitdem 434 Mal gelesen
Als Quentin Tarantino seinen letzten Film "Kill Bill" vorstellte, machte er kein Geheimnis daraus, welcher Film ihm dabei als besondere Inspirationsquelle diente. Es war der japanische Samuraifilm "Lady Snowblood" aus dem Jahre 1973, der im Westen bisher nur ganz wenigen bekannt war. Mit einer einzigen Kopie ist dieser Film nun endlich auch in Deutschland in den Verleih gekommen.
Das blutige Märchen erzählt die Geschichte des Mädchens Yuki, die in einem Gefängnis zur Welt kommt. Ihre Mutter, die bei der Geburt stirbt, hat sich aus einem einzigen Grund von den Wärtern schwängern lassen. Yuki soll sich an denen rächen, die einst das Familienglück ihrer Mutter zerstörten. Für 20 Jahre geht sie bei einem Kampfmeister in die Lehre, der sie im Schwertkampf unterrichtet. Nun ist die Zeit gekommen, in der sich ihr Schicksal erfüllen soll. Sie kennt keine Liebe und keinen Hass, unbeirrt sucht sie nach den Männern, die ihre Familie auf dem Gewissen haben. Im schneeweißen Kimono und mit bleichem Gesicht verleiht Hauptdarstellerin Meiko Kaji ihrer Figur eine faszinierende Aura von Melancholie und Einsamkeit. Trotz der Grausamkeiten ist "Lady Snowblood" ein Film voller Poesie und Schönheit, der in Japan heute zu den Meisterwerken des populären Kinos zählt. Allein die Entscheidung für eine weibliche Hauptfigur macht ihn zu einer bemerkenswerten Ausnahme innerhalb des Samurai-Genres.
Bei allen Unterschieden ist es immer wieder verblüffend in wie vielen Details Tarantino sich hier bedient hat, das reicht vom Titelsong bis zum Schwertkampf in einer wunderschönen Schneelandschaft.
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