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Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London (1976)

Eine Kritik von Randa (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 11.02.2006, seitdem 289 Mal gelesen


Wer diesen Film sieht, kommt nicht umhin, sich aufgrund der sensationell restaurierten Bild- und Tonqualität erst einmal einen runterzuholen. Sodann reibt sich der deutsche Zuschauer verwundert die Augen, wenn er einen gertenschlanken Andreas Mannkopff als Inspektor und einen Herbert Fux als Fischers Fritz erblickt, der schon damals genauso alt und verhärmt aussah wie heute.

Jack-the-Ripper-Kenner werden sich natürlich fragen, warum der Titelheld plötzlich dazu übergeht, seine Opfer aufwendig verschwinden zu lassen, zumal er sich das bei diesen Vollidioten von Scotland Yard beileibe hätte sparen können. Ständig muß sich der trottelige Inspektor von irgendwelchen dahergelaufenen Pfeifen erklären lassen, wie er den Fall zu lösen hat. Da gibt es zum Beispiel diesen blinden Super-Profiler, der gleichzeitig als Christopher-Lee- und als Vincent-Price-Double durchgehen würde. Oder die doofe Hupfdolen-Freundin des Inspektors: "Anthony, lauf ihm nach, das war der Mörder!! - Nein, in die andere Richtung!" Und wie war das mit der abgehackten Hand? Wen ruft man da? Einen Chemiker? Was soll der damit machen? In Salzsäure auflösen, bis nichts mehr übrig ist?
Da hätten sie mal lieber den Michael Caine hinschicken sollen, der hätte den Fall nach fünf Minuten aufgeklärt.

Leider ist Klaus Kinski die meiste Zeit des Films nur ein Schatten seiner selbst. Nur ab und zu lugt sein wahres Können hervor, wenn er etwa seine garstige Hausherrin anbrüllt, die ihm mit ihrem Geseiere auf die Eier geht: "Zum Teufel, Sie verdammte Kröte!!!" Man lernt außerdem, daß Kinski Alpträume bekommt und den Drang verspürt, jemanden aufzuschlitzen, wenn er ins offene Feuer blickt.
"Warum haben sie Angst vor Frauen, mein Freund?", wird Kinski gefragt. Ist doch ganz klar! Weil die immer nur das eine wollen: Ficken, Bumsen, Blasen, und wenn man Pech hat, verlangen sie auch noch Geld dafür!
Und noch ein schönes Zitat: "Ah, beinah' hätt' ich's vergessen, nebenan wartet ein Irrer auf Sie!" Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört...
Ehefrau zum Ehemann vor dem Striplokal: "Na, auf ein Gläschen könnten wir doch reingehen, Schatz." Er: "Wenn's unbedingt sein muß..."
Auch neue Haarfarben lernt man kennen: "Graublond - so Pfeffer und Salz." Was kommt als nächstes? Blondrot - so Toastbrot mit Tomatenmatsch? Rotschwarz - so Raucherlunge mit Eiter?

Ich habe vor Entsetzen aufgeschrien, als dann bei Scotland Yard diese unfaßbar alberne Kinski-Karikatur angefertigt wird. Wäre das nicht für uns ein Grund, jede Menge britischer Botschaften in Brand zu setzen?
Wie dem auch sei, zum Schluß hin wird der Film todlangweilig, und der Psycho-Quatsch mit der Rache an der Mutter ist totaler Humbug. Aufgehellt wird das ganze durch eine leckere Großaufnahme einer Geschwürentfernung, durch eine Szene, in der eine Nutte in ihre Einzelteile zerlegt wird und natürlich durch zahlreiche wunderschöne Frauenkörper.

Ganz am Ende wird's dann wieder saukomisch, wenn der Inspektor zum gerade verhafteten Kinski sagt: "Von jetzt an werden Sie viel Zeit zum Nachdenken haben. Sie sind Jack the Ripper!" Und Kinski meint: "Das müssen Sie erst einmal beweisen!" Jawoll, Inspektor Knallkopf, das kriegen Sie ja im Leben nicht gebacken, Sie Volldepp!


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