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Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London (1976)

Eine Kritik von horror1966 (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 08.02.2009, seitdem 322 Mal gelesen


1885, London: Dr. Denis Orloff ist ein stiller und bescheidener Arzt, der seine Heilkünste hauptsächlich den Armen widmet und von jedermann geschätzt wird. Nicht einmal seine Vermieterin weiss, dass er sich zu Nacht in eine sadistische Bestie verwandelt und sich an Prostituierte heranmacht, um sie in den nebligen Gassen auszuweiden. Mit Hilfe seiner geistig behinderten Magd zerstückelt er die Leichen und versenkt sie in der Themse. Scotland Yard Inspektor Selby steht vor einem Rätsel. Erst als er seine Braut Cynthia, die Orloff eines Tages zufällig begegnet, als Lockvogel opfert, kann er dem zügellosen Killer selbst zu Leibe rücken.


Von Jesus Franco ist man in den meisten Fällen nicht gerade qualitativ hochwertige Filme gewohnt, doch seine Interpretation der Jack the Ripper-Thematik bildet da eine der wenigen Ausnahmen. Franco ist es hier durchaus gelungen, dem Thema eine interessante Variation hinzuzufügen, die sich sehen lassen kann. Zu einem Großteil ist das der schauspielerischen Leistung von Klaus Kinski zu verdanken, der den Charakter des Mörders gewohnt ausdrucksstark und sehr authentisch darstellt.

Wie bei fast allen Filmen von Franco spielt auch hier das Thema Sex eine große Rolle, denn in dieser Verfilmung des Stoffes tötet der Killer aus seinem triebhaften Drang heraus. Wo die Gründe für die Morde in Filmen wie "From Hell" oder "Jack the Ripper - das Ungeheuer von London" in eine andere Richtung abzielen, sind sie hier wohl in der Kindheit des Arztes zu sehen, denn seine Mutter war auch eine Protituierte, genau wie die Opfer des Schlächters. Auch sind die oben genannten Filme wohl näher an der Realität anzusiedeln, als das Werk von Franco.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um eine sehr atmosphärische Variante, die auch einiges an Spannung zu bieten hat, auch wenn der vorhandene Spannungsbogen micht ganz mit den anderen Verfilmungen mithalten kann. Auch die hier vorhandenen Atmosphäre, die zugegebenermaßen sehr gut ist, erreicht nicht die Dichte und die Bedrohlichkeit eines "From Hell", dafür ist aber der hier agierende Kinski nicht weniger charismatisch wie ein Johnny Depp.

Diese 1976 er Version um die Geschichte des wohl berühmtesten britischen Serienmörder ist auf jeden Fall eine sehr gute und spannende verfilmung, an der man als Fan der Thematik keinesfalls vorbeikommt. Ein Film, der spannend und interessiert in Szene gestzt ist und mit Klaus Kinski einen absolut brillanten Hauptdarsteller hat.


7/10


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