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Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London (1976)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 21.10.2002, seitdem 382 Mal gelesen


Durch den Erwerb der Schweizer DVD von VIP konnte ich mir glücklicherweise die ungeschnittene Fassung des Films über den wohl berühmtesten Serienkiller der Geschichte ansehen. Das Bild ist ein Traum, man könnte glatt meinen, es handle sich um eine Produktion der 90er, so grandios ist die Bildqualität. Zum Film selber lässt sich sagen, dass es sehr schwer ist, ihn in ein Genre einzuordnen. Viele denken sich jetzt vielleicht, dass das wohl kein Problem sein wird, wenn es um den berüchtigsten Killer aller Zeiten geht, aber ein Horrorfilm ist es nicht wirklich, für das ist er zu unspannend und zu vorhersehbar. Ob das Ganze dann gleich ein Psychogramm ist, würde ich auch nicht behaupten, somit könnte man mit einem Portrait wohl richtig liegen. Spontan fallen mir Parallelen zu z.B. "Henry" ein. Denn beide Filme werden hauptsächlich aus der Sicht des Killers gezeigt, nur dass bei "Jack the Ripper" öfters noch andere Personen vorkommen, wie z.B. die Leute, die verhört werden.
Durch den bereits erwähnten Aspekt, dass "Jack the Ripper" weder richtiger Thriller noch Horror ist, wird es auch ziemlich schwer, Stellung zu diesem Film zu nehmen. Viel geschieht nämlich nicht. Die ganze Story erstreckt sich eigentlich nur über ein paar Morde Jack the Rippers an ein paar Huren und den darauf folgenden Verhören. Dass Klaus Kinski der Mörder ist, wird von Anfang an nicht geheim gehalten, also fällt da schon jede Art von Spannung weg. Wer jetzt denkt, dass es sich bei "Jack the Ripper" um einen langweiligen Film handelt, der liegt falsch. Denn nicht nur aufgrund der Präsenz Kinskis ist Jess Francos Version über den bekannten Serienkiller absolut kurzweilig. Gründe dafür sind die Kameraführung und die schöne Optik, vor allem zu Beginn die beiden Nahaufnahmen der Augen Kinskis haben es in sich. Diese beiden Argumente für die Kurzweile werden noch durch die sehr gelungenen Lichteffekte und -einstrahlungen verstärkt, wodurch "Jack the Ripper" zweifelsohne zu den besten Werken des umstrittenen Regisseur Jess Franco gehört.
Geredet wird nicht viel, ob dies aber ein Manko des Drehbuchs war, möchte und kann ich nicht behaupten, die Atmosphäre wird dadurch sicher etwas düsterer und bedrohlicher. Ein wirkliches Manko ist für mich das etwas zu kurz und gewöhnlich geratene Ende, das geht alles viel zu schnell und noch dazu ist das Ganze einfach irgendwie langweilig, im Sinne von herkömmlich. Da hätte man ruhig etwas innovativer sein können, bei einem dementsprechenden Ende wäre sicher auch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend der Zuschauer geblieben, bei gebotenem Ende ist das aber sicher nicht der Fall.
Wer über ein paar Schwachen hinwegsehen kann und mit "Jack the Ripper" keine Splatterorgie erwartet, sollte sich den Film auf jeden Fall ansehen. Für Kinski und Franco Fans ist der Film wohl ein Muss. Allgemein jedoch muss man den Film nicht gesehen haben, wer aber wie ich die ungeschnittene Schweiz DVD für lächerliche 7 Euro erwerben kann, sollte dies tun. 7/10 Punkte


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