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Vergessenen, Die (2004)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 22.01.2005, seitdem 923 Mal gelesen


An sich kann Joseph Ruben ja recht spannende Filme wie „The Stepfather“ drehen, aber hier hat er wohl alles verlernt und unterbietet mit „Die Vergessenen“ noch die Megaflops „Catwoman“ und „Ocean’s Twelve“, als bräuchte das Kinojahr 2004 noch mehr Heuler.
Als Heldin darf Telly Paretta (Julianne Moore) fungieren, die um ihren vor 14 Monaten verstorbenen Sohn trauert. Ehemann Jim (Anthony Edwards) tut was er kann, um ihre Trauer zu lindern, aber wirklich helfen soll ihr die Therapie bei Dr. Jack Munce (Gary Sinise). Gleich zu Beginn ein paar merkwürdige Dinge, wie ein scheinbar erfundener Kaffee oder seltsame Beobachter in geparkten Autos, ebenso 08/15 wie langweilig.
Dann sind wir auch schon ruckzuck im Plot drin, denn die ganze Welt um Terry herum behauptet auf einmal, es habe ihren Sohn Sam gar nicht gegeben und sie habe die komplette Erinnerung an ihn künstlich nach einer Totgeburt geschaffen. Unsere Heldin glaubt das nicht und bald ist sogar mit der NSA eine staatliche Behörde nur wegen eines angeblichen geistigen Defizits hinter ihr her, da weiß jeder schon, dass sie Recht haben muss.

So wird dann die Paranoia gesteigert bis dann mit Ash Correll (Dominic West) jemand auftritt, der Terry ausnahmsweise mal glaubt. Ash hat seine Tochter bei dem gleichen Flugsabsturz verloren, bei dem auch Sam ums Leben kam, hat sie aber auch vorerst vergessen bis Terry ihn zur Erinnerung zwingt. Nun geht es zu zweit weiter, auf zur Lösung des Rätsels…
Beim Ansehen von „Die Vergessenen“ fragt man sich die ganze Zeit über, ob der Drehbuchautor der Lieblingsneffe vom Studiochef war, oder wie sonst um alles in der Welt ein derartiger Scheiß verfilmt werden konnte, angesichts der hohen Anzahl abgelehnter Drehbücher. Vollkommen spannungsarm und zudem noch kitschig bis zum Brechreiz: In den Familienrückblenden, die dem Zuschauer alle paar Minuten mit dem Holzhammer um die Ohren gehauen werden, trieft es dermaßen vor Schmalz, dass man sich nur schleunigst die nächste Kotztüte herbeiwünscht.
Wenn dann Ash nach einer Weile sagt: „Wir sind doch in keinem B-Film.“, dann möchte man am liebsten rufen: „Leider nicht!“. Denn jeder B-Filmer hätte wenigstens irgendwelche Schauwerte eingebaut, aber auch hier hält sich „Die Vergessenen“ total zurück: Ein paar einschläfernde Verfolgungsjagden voller Klischees (kaum rennt Terry weg, kommt sie auch an einen dunklen Gang, durch den die Finstermänner sie jagen) und den halbwegs passablen Schockeffekt mit dem Autocrash, aber das war’s. Stattdessen will man das Augenmerk auf die komplett spannungs- wie tempofrei erzählte Story lenken, dessen exakte Auflösung man spätestens 30 Minuten vor Schluss bei der Befragungsszene erraten kann. Man hofft zwar, dass dem Drehbuchautor noch was Besseres eingefallen ist, aber der dümmliche Showdown bestätigt die schlimmen Vermutungen nur.

Damit der Film dann auch noch gänzlich unerträglich wird, haut uns das Drehbuch Logiklücken von gigantischen Ausmaßen um die Ohren. Warum können die Fieslinge ganz easy Erinnerungen manipulieren oder löschen, aber müssen ein Zimmer schlampig übertapezieren, um ihre Spuren zu verbergen? Wieso können sie alle anderen nach Belieben beseitigen, aber veranstalten für Terry den ganzen Zirkus anstatt sie einfach auszuknipsen? Was hat die nutzlose Polizistinnenfigur für eine Funktion außer den Film auf knappe 90 Minuten zu strecken? *SPOILER* Und wird der Oberfiesling von seinen Chefs am Ende bestraft, anstatt dass sie ihn einfach auch noch die anderen Erinnerungen Terry nach dem ganzen Hickhack entnehmen lassen? *SPOILER ENDE*
Hinzu kommen noch Darstellerleistungen auf unterstem Niveau. Julianne Moore guckt den ganzen Film über mit dem gleichen weinerlich-angepissten Ausdruck und Anthony Edwards darf sich mit Dominic West darum streiten, wer hier lustloser und unscheinbarer spielt. Gary Sinise ist noch ganz gut, hat aber kaum Screentime, während der Rest der Darsteller auch wieder auf komplett unterirdischem Niveau spielt.

Langweilig und unlogisch bis zum geht nicht mehr: „Die Vergessenen“ ist schlicht und einfach der schlechteste und unausgegorenste Film, den uns Hollywood seit langem um die Ohren gehauen hat.


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