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Vergessenen, Die (2004)

Eine Kritik von Chili Palmer (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 09.04.2005, seitdem 498 Mal gelesen


Bitte nicht vergessen: SPOILER!

Um Telly bricht die Welt zusammen: Schlimm genug, dass sie den Unfalltod ihres Sohnes nicht verwinden kann und von Therapiesitzung zu Therapiesitzung hetzt, aber jetzt entpuppt sich ihr ganzes Leben als Lüge: Glaubhaft versichert ihr ihre Umwelt, dass sie nie ein Kind hatte, ja, nicht mal ihr Mann kann sich erinnern, weder an das Kind noch an ihre Ehe!

Das klingt interessant. Das klingt spannend. Das klingt nach Shyamalan hoch 5.
Das ist der mieseste Thriller des letzten Jahres.

Hinter so einem Skript sollte doch eine zu Ende gedachte Geschichte stehen, bevor das Ganze in Produktion geht. Also, man sitzt dann da am Drehbuch, hat oben beschriebene, potentiell interessante Situation, und dann aber mal Brainstorm: Ist Telly verrückt? Oder das Opfer einer Verschwörung? Sind ihre Mitmenschen vielleicht verrückt? Naja, und so geht der Tag zur Neige, der Drehbuchautor lehnt sich gedankenbeschwert zurück und kommt zur Entspannung seiner selbst auf unsinnige Gedanken. Aliens! Yes! That´s it! Da muss man gar nichts erklären, das ist wie bei Ed Wood, es waren halt mal wieder die ollen Forscher aus dem Weltraum, für die das ganze ein lustiges Experiment ist. "Reaktionen traumatisierter Erdenmütter angesichts unfassbarer Ereignisse", das steckt hinter allem, das kann der Zuschauer nachvollziehen. Oder auch nicht.

Ja, wer mit so einem Schwachsinn um die Ecke kommt (denn, oh Wunder, die Alien-Idee gefiel dem Autor und wanderte ins fertige Skript), der hat Hitchcocks Schuss nicht gehört. Thrill-Durchschnitt: Relativ sorgfältiger Szenenaufbau zu Beginn, okay, dann die Storywende plus unzählige Verfolgungsjagden, die langsam schon erahnen lassen, dass dieser Film vielleicht doch nicht so clever konstruiert ist und seine inhaltsarme Auflösung durch mächtig Lärm nur ein wenig herauszögert, aber dann: Das Ende. Es lässt diesen Film völlig implodieren, eine "und-dafür-habe-ich-jetzt-die-ganze-Zeit-zugeschaut" - Stimmung macht sich beim Zuschauer breit, und wieder einmal fragt man sich, wie es solche Drehbücher überhaupt bis in die Finger guter Schauspieler schaffen.

Kein Vorwurf an dieser Stelle: Julianne Moore ist und bleibt eine tolle Schauspielerin, darf aber ähnlich ahnungslos durch die Handlung irren wie der Zuschauer und bekommt trotz des heiklen Ausgangsthemas kaum Zeit zu glänzen. Auch Gary Sinise (hat der da wirklich mitgespielt? habe ich schon wieder vergessen) erledigt das, was er zu erledigen hat, routiniert. Und das ist nicht viel.

Wie der ganze Film: Nicht mal als nette Unterhaltung vermag dieser im Gedächtnis zu bleiben und macht so seinem Titel alle Ehre. War da was?


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