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Mathilde - Eine große Liebe (2004)

Eine Kritik von kelte
eingetragen am 15.07.2009, seitdem 215 Mal gelesen


Mathilde - Eine grosse Liebe
Kennt ihr den Moment, wenn honigfarben der Vollmond am sternenklaren Himmel steht? Das man wie verzaubert seinen Blick nicht abwenden kann und jedes Detail aufsaugt?
Es gibt auch Filme die eine solche Wirkung besitzen! Jean- Pierre Jeunet besitzt eine Bildersprache die man mit Fincher vergleichen kann, wenn nicht sogar einen Tick besser.
Mathilde sucht ein Jahr nach Ende des ersten Weltkriegs ihren Verlobten Manech. Dabei ist die Situation auswegslos denn Manech war einer der Fünf, zu Tode Verurteilten an der "Bingo Crepuscule" Front. Fünf Männer die Verurteilt wurden ins Niemandsland zu marschieren, einem Platz zwischen den Fronten, das wirklich ein Niemandsland ist. Bomben, Scharfschützen,Schlamm und Verwesung warten dort...
Mathilde hört sich wie ein Liebesfilm an, dies ist er auch und nebenbei liefert Jeunet einen der besten Anti-Kriegsfilme ab, der einen James Ryan unbemerkt vom grossen Publikum einholt. Selten sahen die Schützengräben so bedrohlich, dreckig und auswegslos aus, wie in Mathilde.
Der Film spielt mit zwei Gesichtern,- das eine ist Honig-Golden und erinnert an alles was man mit Liebe verbindet. Phantasiereich ohne ein Märchenland zu erschaffen spielt der Film mit seiner träumerischen Umgebung. Mit liebenswerten Charakteren und malerischen Gassen.
Das andere Gesicht taucht ein, in ein kaltes, nasses Grau. Doch auch dort pulsiert das Leben und man kann es nicht lassen hinzuschauen. Mitzufiebern. Mitzuleiden.
Jeder der Fünf zu Tode verurteilten wird in einer skurill, schönen Geschichte vorgestellt,- wobei jene von Manech das Grundgerüst stellt, wo Jeunet noch einen "Krimi" miteinbringt. Denn Mathildes Geschichte ist keine einfache, man muss aufpassen bei ihrer Suche, auf der sie nicht alleine ist.
In Rückblenden wird gezeigt wie Mathilde und Manech zusammenfanden und warum Mathilde spürt, das er nicht Tod sein kann...Wunderbar! Grösser kann Gefühlskino nicht sein!!!
Selbst das Ende ist eine kleine Offenbarung für jeden Drei-Punkt-Satzbeender...der die drei Punkte nutzt um Luft zu holen...nachzudenken...und den Moment des Luftholens geniesst denn jeder Moment steht für einen Augenblick der schnell vorbei sein kann.
Im Geiste hab ich mich neben Mathilde gesetzt und dieses süßlich, traurige Ende, das doch so voller Leben und Gefühle steckt, mitgenossen.
10/10


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