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Hölle der lebenden Toten, Die (1980)

Eine Kritik von Thrillhouse (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 10.10.2004, seitdem 1095 Mal gelesen


In einer Chemiefabrik kommt es zur ultimativen Katastrophe. Friedliebende Menschen werden plötzlich zu Hirnlosen, mordenden Bestien. Zur gleichen Zeit versuchen Terroristen die Macht zu übernehmen. Ein Endzeitszenario. Eine militärische Spezialeinheit soll dann dem Übel auf dem Grund gehen. Dazu müssen sie selbstverständlich nach Neuguinea - Und JA- dort treffen sie dann auf so eine Mischung aus Zombie und Kannibalen. Mit dabei ein besserwisserisches Blondchen und ihr seelisch angeschlagener Freund, der immer kurz vorm absoluten Psychokollaps zu stehen scheint. Ein Dialog der Beiden, als sie sich inmitten dieser Zombies befinden: „Was ist das? Mein Gott, dass sind doch keine Menschen mehr.“ „Vielleicht sind sie ja nur betrunken oder leprakrank“. Regisseur Bruno Mattei, der sich hier sinniger Weise Vincent Dawn nannte, hat es richtig krachen lassen. Die ganze Handlung ist kaum nachvollziehbar, da die Szenen nicht stimmig aneinander gefügt wurden. Warum es dem geneigten Zuseher nun unbedingt nach Neuguinea führen muss ist relativ unklar. Herr Dawn, Mr. Mattei oder wie auch immer wir ihn hier gerne nennen möchten, erinnerte sich offenbar an die exotische Atmosphäre gängiger Kannibalenfilme. Er weiß auch, dass man in solchen Filmen eigenes Filmmaterial gerne mal mit unsinnigen Tieraufnahmen streckt. Nein, in Neuguinea gibt es keine Elefanten und sicher auch keine Wüstenspringmäuse.
Lassen wir aber mal bei diesen B-Movie Brüller all diese Konventionen hinter uns und erfreuen uns an einer absolut trashigen Zombie-Granate, wie wir sie so noch nicht erleben durften. Neben all den ganzen Unsinn sehen wir nämlich auch echte Elemente des klassischen Horrorkinos. Zweifellos ist das alles nur geklaut und Matteis selbst gewähltes Pseudonym wird zum Programm: Vincent Dawn schlachtet Romeros Dead-Reihe hier gnadenlos aus und findet auch nichts dabei die legendäre Erkennungsmelodie der Goblins mal eben so zu übernehmen. Aber was soll man sagen? Manche klauen schlecht, Manche klauen gut. Schlussendlich klaut jeder Regisseur. Vincent Dawn muss man in diesem Sinne sicherlich als Meisterdieb ansehen. Es sind dann auch die Stärken, die überwiegen. Die Splattereffekte sind gut in Szene gesetzt und überhaupt wurde der Streifen handwerklich recht solide umgesetzt. Dass alles nur geklaut ist, bestreitet Vincent Dawn sicherlich schon allein durch die Wahl seines Pseudonyms am aller wenigsten.
Für Liebhaber trashiger Zombiefilme geht hier die Sonne auf. Alle Andern mögen sich nur verwundert die Augen reiben. Ich selbst muss mich zur ersten Sorte zählen. Daher die erstaunlich hohe Punktzahl.


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