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Terkel in Trouble (2004)

Eine Kritik von Dr. Till (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 31.08.2006, seitdem 438 Mal gelesen


In "Terkel in Trouble" werden einmal mehr die Probleme eines Jugendlichen abgehandelt. Diesmal jedoch in einem Animationsfilm. Der junge Terkel ist ein bisschen reserviert und steht eigentlich gar nicht gerne im Mittepunkt. Nachdem ein neuer Aushilfslehrer namens Gunnar auf den Plan tritt, fangen jedoch die Probleme an. Erst werden zwei Klassenkameraden von seinem Großvater verkloppt, weshalb diese dann anfangen, Terkel zu mobben. Um dieses Mobbing zu beenden, beteiligt er sich an der Diskriminierung eines dicklichen Mädchens. Doch was Terkel nicht weiß: Die dicke Johanna sieht Terkel als einzigen Grund an, weiterzuleben. Sie bringt sich also um und Terkel bekommt Gewissensbisse. Und so geht der Film dann halt weiter, ohne jetzt zu viel zu verraten.

Der dänische Film ist eine Animation im Stile der Pixarstudios. Der Figuren sind bewusst abstrakt gehalten, was dem Humor des Films hilft, sich auszudrücken. Lediglich die Kameraschwenks sind zweitklassig und verweisen auf eine geringere Professionalität bzw. ein geringeres Budget als die großen Studios aus den Staaten oder Asien. Über dieses Manko kann man aber getrost hinwegsehen, da es sich um eine ausdrucksstarke Komödie handelt, bei der die visuellen Aspekte eher im Hintergrund stehen. "South Park" bestätigt diese These ja nur zu gut.

Der wichtigste Aspekt ist dann folglich der Humor: Ach hier lassen sich Parallelen zu "South Park" ziehen, denn was hier für Witze gemacht werden, ist wahrlich nichts für konservative Leute. So wird beim Todessprung der dicken Johanna lediglich bemerkt, es sei ja gut gewesen, dass sie niemandem auf den Kopf gefallen ist. Auch die explizit dargestellte Gewalt ist nichts für ein großes Spektrum. Des Weiteren wird der Humor von den Charakteren getragen, die alle von Bela B. gesprochen wurden. Die Synchronisation ist wirklich gelungen; man würde praktisch gar nicht darauf kommen, nur eine Person hätte das alles vollbracht. Die Figuren im Film haben alle sehr extreme Persönlichkeiten, also sehr einseitig: Terkels bester Freund ist ein typisches Ghettokind, ohne hier jemanden beleidigen zu wollen; er hat einen Gangsterslang und läuft immer mit einem Eisenrohr durch die Gegend. Terkels Vater sagt stets "Nein", die Mutter hört nie zu und raucht wie ein Schlot, der Großvater hat ein Alkoholproblem und ist hochaggressiv und so weiter... die Liste geht noch ein ganzes Stück! Wer auf so etwas steht, wird eben gut bedient. Mir hat das jedenfalls gefallen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die Musik. Damit meine ich jetzt nicht die sogar ins deutsche übersetzten Lieder, sondern den Score. Diesem merkt man nämlich seine dänische Herkunft an; er besteht aus simplen Beats und schafft es, eine unspektakuläre Stimmung aufzubauen. Es fällt nicht besonders auf, aber ein Score trägt nunmal einen Film. Wer "Conan" ohne Musik schaut, wird auch nicht begeistert sein. Die Lieder sind aber mit Humor gefüllt und unterhalten solide. Es hätten nicht ganz so viele sein müssen, störend sind sie aber gewiss nicht.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass der Film auf alle Fälle unterhaltsam ist. Er ist jedoch auch geschmacklos und ohne richtige Moral (was ja auch am Schluss persifliert wird). Wer auf "South Park" steht, liegt hier nicht falsch.


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