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Main Hoon Na - Ich bin immer für dich da! (2004)
Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 28.05.2005, seitdem 555 Mal gelesen
Langsam scheint Bollywood auch Kult in Deutschland zu werden, ob gerecht oder nicht, sei mal dahingestellt. Immerhin bin ich diesmal nicht die Wände hochgelaufen wie noch beim pakistanischen Lollywoodfilm „Zinda Laash“.
Die großen Erzfeinde Indien und Pakistan wollen endlich Frieden schließen. Indien will zuerst ein Zeichen des guten Willen setzen und Gefangene Pakistani zurück in ihr Heimatland lassen. Dies gefällt einigen Terroristen gar nicht. Diese überfallen dann die Fernsehstation, in der der indische General seine Pläne rechtfertigt. Viele werden getötet, bis Major Ram (Sharuk Khan) eingreifen kann. Doch Ram kann den Tod seines Vater nicht vereiteln. Dem Tode nahe offenbart Rams Vater ihm, dass er noch einen Halbbruder hat und Ram diesen finden soll. Zeitgleich soll Ram auch noch die Tochter des Generals auf einem College beschützen. Da trifft es sich gut, dass sowohl die Tochter als auch Rams Bruder auf dem College sind. Getarnt als Student beginnt Ram seine Arbeit auf dem College, doch die Terroristen sind auch schon da....
Eins vorweg, ich war nie ein Fan indischer und verwandter Filme und ich werde es auch nie sein. Dennoch kann man „Main Hoon Nan“ einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, auch wenn man sich als westlicher Zuschauer eins ums andere Mal nur noch an den Kopf fasst, was man sich gerade auf den Bildschirm anschaut.
Zunächt beginnt der Film recht spektakulär im Mission Impossible- und Matrix-Style. Realistisch wirkt das natürlich alles nicht, doch gibt es einige blutige Einschüsse, die doch verwundern für eine Freigabe ab 12.
Natürlich bleibt es nicht so und sobald man sich am College befindet, kommt der indische Kitsch natürlich voll durch. Alle sind irgendwie Freunde, singen, lachen und tanzen.
Und immer ist Sharuk Khan dabei, der neue Superstar Indiens (kennt hier natürlich fast keiner), der nahezu jede Rolle spielen kann. Mal Actionheld, dann Schüler, dann wieder Sänger und Tänzer in der bunten lustigen Bollywood-Welt. Gerade die Gesang- und Tanzeinlagen wirken dich arg befremdlich. Eben noch der harte Disput mit den Terroristen, dann ist alles vergessen und das komplette College tanzt incl. Khan durch die Welt. Scheinbar liegt es in der Mentalität der Inder, zumindest ab und zu in eine schöne Welt zu tauchen, all seine Probleme zu vergessen, bis dann zum Schluss alle Freunde sind. Dies ist kein Spoiler, es schickt sich einfach nicht, das Ende zum Desaster werden zu lassen. Zwar wird vorher noch mal kräftig auf die Tränendrüse gedrückt, aber zum Schluss wird alles gut.
Indische Filme sind berühmt davor, teilweise recht heftig zu klauen und so ist es auch hier. Zeitlupenflüge a la MI, Musik a la MI, alles ist dabei. Doch auch Inder haben ihre eigene Ideen, wenn Sharuk Khan plötzlich mit einer Rikscha schneller ist als so manches Auto und selbst damit durch die Gegend fliegen kann. Dann gibt es wieder brutale Tötungen, keine 5 Minuten später wird aber wieder lustig gesungen und getanzt. Besonders am College kommt man nicht ohne jede noch so bescheuerte Albernheit aus, seien es verwirrte Direktoren, spuckende Lehrer und was weiß ich.
Neben Superstar Sharuk Khan gesellt sich noch die geballte Schönheit indischer Frauen hinzu Die ehemalige Miss Universum und Miss India Sushmita Sen und Jungdarstellerin Amrita Rao. Natürlich spielen beide in den Part, wo es um die Liebe geht, eine große Rolle. Hier fehlt eigentlich nur noch der Obersuperstar (ja, noch größer als Sharuk Khan) des indischen Films, Amitabh Bachchan.
Fazit: Gut, mein Trauma bezüglich dieser Filmwelt habe ich überwunden. „Main Hoon Nan“ war ein Megaerfolg in Indien und wird es wohl auch für deutsche Verhältnisse werden, den die Werbetrommel wird kräftig gerührt. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, kann man mit diesen indischen Filmen ganz gut leben. Immerhin gibt es hier einige Actionszenen und ein recht hartes Finale, so dass man auch die ellenlangen Gesangs- und Tanzeinlagen übersteht. Immerhin hat man hier 180 Minuten(!!!) Film vor sich. Anschauen kann man sich den Film ohne Probleme, doch ich verstehe jeden, der nach einer Stunde genervt aufgibt, da man die drastischen Verhaltensweisen (Tod, Singen Tanzen, Tod, noch mehr Singen und Tanzen) nicht mehr aushält.
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