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Team America: World Police (2004)

Eine Kritik von yggdrasil (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 04.07.2005, seitdem 682 Mal gelesen


Was war das für ein Kracher, als Peter Jackson den Muppets die verkommenen Feebles entgegenstellt. Mit solch einem Kultpotential haben wohl auch die Macher von Southpark gerechnet, als sie die guten alten „Thunderbirds“ für ein erwachsenes, kritisches Publikum neu aufpolierten.
Ich finde, „Team America“ hat nicht funktioniert. Der Film gibt sich Mühe, streut eine nette Details in eine bewusst herzzerreißend plakative Geschichte, aber scheitert letztlich an seinem eigenen Anspruch.
Die Geschichte ist o.k. im Sinne einer Thunderbird-Folge. Das Team America sind dumme Hau-Draufs, die die Welt in Schutt und Asche legen, um den amerikanischen Lebensstil zu verteidigen. Sie sind die einzigen, die diese Lebensaufgabe sehen. Der Rest der Welt ist wortlos erstaunt, wenn bei einem Gefecht in Paris der Eifelturm in den Triumphbogen stürzt und der Louvre einen Raketentreffer abbekommt. In Kairo ist es ähnlich. Da steht nach dem Einsatz so ziemlich gar nichts mehr, was einen Touristen anlocken könnte. Zur Unterstützung ihres Kampfes wirbt das Team America einen Broadway-Schauspieler an, der die internationale Terrorismusszene infiltrieren soll (nett ist der Stretch-Lamborghini) und holt ihn in ihre Zentrale im Mount Rushmore. Nach mäßigen Erfolgen verlässt der Mime das Team wieder, da er die öffentliche Kritik an der Arbeit des Team America, die allen voran von der Schauspielervereinigung kommt, nicht erträgt.
So geht das Team ohne ihn in den entscheidenden Kampf gegen Kim Jong Il, wird aber aufgerieben und gefangen. Natürlich verliert das Team nur durch liberalen Verrat innerhalb der USA (Michael Moore sprengt sich in der geheimen Zentrale des Teams in die Luft!). Kim wird von der UN behelligt, verfüttert aber den Sonderbeauftragten an die Haie (die Möglichkeiten der UN werden nett auf die Androhung eines bösen Briefes reduziert) und lädt die Welt inklusive der liberalen Schauspieler zu einem Weltkongress des Friedens ein, um hinterrücks die ganze Welt zu einem Dritte Welt-Staat zu machen. Klar, unser Schauspieler kommt zurück, befreit das Team und rettet die Welt.
An dieser Geschichte krankt der Film nicht. Alle Klischees werden bedient. Es wird kein Hirn investiert. Was ein bisschen zweifeln lässt ist allerdings das Gefühl, dass die Macher von Team America nicht so ganz an ihre Position glauben. Nicht alles, was aus Sicht der restlichen Welt nur eine Parodie sein kann, kommt auch als solche rüber. Das gilt vor allem für die sehr plakative Darstellung anderer Völker. Es ist zum Start noch witzig, dass die Franzosen natürlich Pantomimen auf den Straßen rumspringen haben. Aber dann geht es immer so weiter, bis schließlich Kim auf der Pickelhaube des deutschen Gesandten aufgespießt wird (weniger ist mehr!).

Schade bei dem Film ist das zum Teil unnötige Verlieren von Niveau. Die Sexszene der Puppen bringt den Film nicht weiter, sondern unterstreicht die phasenweise Lieblosigkeit der Umsetzung (selbiges gilt für die Katzen, die Panther sein sollen – na ja). Und die ewig währende Kotzszene ist nur dumm. Auch die Idee, die Menschen in Dicks, Pussies und Ass-holes einzuteilen (in der Kneipe hat es noch funktioniert), wird dann zum Ende in ein unnötig primitives Gesamtkonzept überführt.

Vielleicht haben sich die Leute hinter Team America gedacht, Puppen bluten und drastisch sterben zu lassen wäre innovativ. Das kann es zweifellos für die Zuschauer sein, die mit Peter Jackson nur den Herrn der Ringe verbinden. Der Rest sieht diese Dinge als aufgewärmt an.
Aus unerfindlichen Gründen bemüht sich der Film dann noch um Filmzitate. Was bei Star Wars (Luke als Jedi aus „Rückkehr der Jedi-Ritter“ noch o.k. war, ist bei den Matrix-Adaptionen einfach nur schlecht.

Gut ist die Musik, das Lied von Kim eingeschlossen. Die Tricks sind natürlich lächerlich, sollen sie aber ruhig sein. Es ist halt ein Marionettenfilm, der aber schon über der Augsburger Puppenkiste anzuordnen ist.
Wer „South park“ mag, wird wohl „Team America“ lieben. Für den Rest werden Erwartungen nicht erfüllt. Man wird ohne bleibenden Eindruck einfachst und zum Teil primitiv unterhalten. Dafür ist mir das Thema der amerikanischen Weltpolitik und des weltweiten Terrorismus aber zu wichtig. Ich weiß, dass das wieder unglaublich sozial klingt. Aber seht den Film selbst, ihr werden mich verstehen. Von mir nur 3 von 10 Punkten.


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