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Junge und sein Hund, Der (1975)

Eine Kritik von Mr. Vengeance (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 05.10.2005, seitdem 1789 Mal gelesen


Als der amerikanische Kult-Autor Harlan Ellison 1969 für seine postapokalyptische Novelle 'A boy & his dog’ den Nebula Award erhielt, war auch Hollywood bald an einer Verfilmung des Stoffes interessiert. Ellison (ein steter Querkopf, der sich später noch mit Gene Roddenberry, James Cameron und anderen illustren Gestalten der Traumfabrik anlegte) stimmte zu und begann ein Drehbuch zu verfassen, das er jedoch bald hinschmiss.
L.Q.Jones (der bisher u.a. als Schauspieler in Peckinpah Filmen mitgewirkt hatte), nahm sich des unvollständigen Skripts an und übernahm nach dessen Fertigstellung 1975 auch die Regie.

Der Einzelgänger Vic (Don Johnson) zieht mit seinem treuen, telepathisch begabten Hund (gesprochen von Tim McIntire) Blood durch die postapokalyptische Wüste Amerikas.
Ab und an nutzt Blood seine Fähigkeiten, Essen und Frauen für Vic aufzuspüren, der überhaupt immer auf der Suche nach Wein, Weib und Gesang zu sein scheint. Das Leben nach dem 4. Weltkrieg gibt freilich nicht mehr her, als angestaubtes Dosenfutter und ein paar abgewrackte Pornokinos.
Als Vic jedoch die junge und hübsche Quilla June vor einem Haufen Banditen rettet und sich in sie verknallt, ist Blood ziemlich sauer. Nicht nur, dass sich die Aufmerksamkeit seines besten Freundes auf das unnütze weibliche Wesen beschränkt, nein, Vic verlässt ihn sogar letztlich und geht mit Quilla ins Reich der Unterirdischen, wo ihn einige böse Überraschungen erwarten.

Die Geschichte von ‚A boy and his dog’ ist voll von skurilen Gestalten, Ideen und Pointen. Ein Terry Gilliam hätte den Film womöglich zu einem Meilenstein gemacht, Regie-Neuling L.Q. Jones macht ihn zumindest zu einen verrückten Trip in eine mögliche (menschliche) Zukunft.
Anhand der Dialoge ist ganz klar die Handschrift Ellisons zu ekennen. Lediglich einige Konversationen wurden von Jones abgeändert, der trockene Witz des Films überquert jedoch nie die Grenzen zur Lächerlichkeit. Vor allem die ’Wortgefechte’ zwischen Vic und Blood laden immer wieder zum grinsen ein.
Don Johnson (noch unverbraucht und 10 Jahre vor rosa Sakkos, schnellen Autos und Sonnenbrillen) gibt einen sehr überzeugenden ewig geilen Nichtsnutz ab, der in sein größtes Abenteuer schlittert und am Ende zur Entscheidung seines Lebens gezwungen wird.
Dieses Ende darf hier natürlich nicht verraten werden. Hat es doch meines Erachtens einen der besten Twists, der jemals seinen Weg (vom Papier) auf die Leinwand fand.

Wer postapokalyptische Filme mit Humor im Blut mag, in denen Hunde sprechen, dessen Monster grün glühen und wo Unterirdische den Samen von fruchtbaren Männern abzapfen, der sucht nicht weiter, sondern sieht sich ‚A boy & his dog’ an.
Wer den Film dann mag, der sollte sich nach anderen Werken des Autors Harlan Ellison durchfragen (leider meist nur auf englisch zu erhalten) und wird mit ihm einen der unterschätzte(st)en Literaten der Gegenwart entdecken, dessen Einfluss auch in Hollywood nicht zu leugnen ist. 7,5/10


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