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Halloween - Die Nacht des Grauens (1978)

Eine Kritik von The Bishop (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 01.02.2009, seitdem 299 Mal gelesen


In Halloween gibt es ein wie ich finde sehr interessantes Detail. Es geht ja grob darum, dass die jugendlichen Mädchen am Halloween-Abend auf mehrere kleine Kinder aufpassen, bis Michael Myers mit dem Messerchen kommt. Was ich nun bemerkenswert finde: beide Babysitter setzen die kleinen 7-8-jährigen Kinder erstmal vor den Fernseher, damit diese sich das übliche Halloween-TV-Programm ansehen können. Dies besteht dann übrigens aus Das Ding aus einer anderen Welt und Alarm im Weltall - beides Filme, die man selbst heutzutage nicht unbedingt Kleinkindern vorsetzt.

Hier wird die ganze FSK-Kontrolle auf die Schippe genommen, denn sobald ältere Kinder oder Jugendliche in der Nähe sind, kann von Kontrolle keine Rede mehr sein. Bei mir war es der ältere Bruder, der irgendwann entschied, ob ich alt genug für Tarantula, Alien oder eben Halloween war. Und so konnte ich mich irgendwie selbst in den Kindern wiederentdecken, die da vor den Fernseher gesetzt wurden, um ihnen mal eine gehörige Portion Grusel zu verpassen.

Halloween vermag auch heute noch zu faszinieren, schon der Vorspann mit dem flackernden Kürbis und der eindringlichen Musik fesselt regelrecht, ebenso wie die Eingangssequenz aus der Sicht des kleinen Michael Myers. Dann passiert erstmal 40min kein Mord, trotzdem hält John Carpenter die Spannung kontinuierlich auf einem Level. Das gruselige ist hierbei, wie allein das Auftauchen oder die vage Form der Figur auch am hellichten Tag den Zuschauer fesselt. Man denkt sich doch, wieso bemerkt niemand diesen Kerl im Blaumann mit der blassen Captain Kirk-Maske? Tja, etwas Übernatürliches haftet Michael Myers schon an...



Aus heutiger Sicht sind die Morde natürlich ziemlich unblutig und unspektakulär anzusehen, in jedem TV-Krimi gibt es mehr Gore zu sehen. Deshalb kann sich auch jeder den Film ansehen, der bisher vielleicht noch bedenken hatte, er sei zu brutal. Er gehört jedoch nicht zu der Sorte Film, die unfreiwillig komisch werden, je älter sie sind. Halloween ist immer noch ein verdammt guter Thriller, aber das Genre Horror hat sich mittlerweile ja in ganz andere Dimensionen geschraubt. Bei all den Hostel- und Saw-Metzeleien sollte man sich aber immer vor Augen führen, dass es im Grunde hier begann. Halloween zählt als erster Slasher-Film, alles weitere sind im Grunde Kopien, die sich nur durch einen anderen Mörder-Charakter auszeichnen (ob sie nun Freddy, Jason oder Chucky heißen). Und nicht zu vergessen - mit Halloween begann mehr oder weniger das Phänomen der Fortsetzungsreihen, bei denen man im Grunde den Ursprungsfilm nahm, ihm eine neue Nummer verpasste und auf das bewährte Publikum hoffte.

Kurzum: Halloween sollte man unbedingt gesehen haben.


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