Nachdem zum von der Idee gegenüber der Ausführung wesentlich bessereren Mummy Raider ja schon alles wesentliche gesagt wurde, möchte ich zumindest noch dem kleinen Bonusfilm My First Female Lover ein paar Worte widmen, der laut Video-on-Demand Quellen eine Szene aus einem bisher unidentifizierten Film namens Dead Girls Don't Say Goodbye sein soll. Erwähnenswert ist My First Female Lover als knapp fünfundzwanzigminütige Szene deshalb, weil sie relativ stilvoll montiert wurde und Misty Mundaes durchaus vorhandenes darstellerisches Talent durchscheinen läßt.
Misty ruft in diesem Filmchen ihre Freundin (Jayne Ester) an und erzählt ihr eine Gute-Nacht-Geschichte, von ihrem ersten Erlebnis mit dem gleichen Geschlecht. Während sich Jayne nun als unwichtige Nebenfigur an der Futt krabbelt, bereitet es Misty sichtlich Spaß in die erotische Episode abzuschweifen, die bildlich mit Ruby Larocca ausgespielt wird. Auf dieser Erzählebene wirkt Misty im Gegensatz zur reifer geschminkten Frau in Reizwäsche dank ihres jugendlichen Aussehens sehr naiv. Hier spielt sie die betrunkene Verführte. Am Telefon hingegen weiß sie eine gewisse Erfahrung in ihre Stimme zu legen. Die Konzentration der Kamera auf ihr Gesicht, nur spärlich unterbrochen von Aufnahmen ihrer Hand, die sich bedeckt unter dem Slip bewegt oder ihre Brüste liebkost, trägt einen bedeutenden Teil dazu bei, Mistys verspielt lockeren Charme zu betonen, ohne sie pornographisch im Bild zu sezieren.
Leider ist dies die einzige Stärke von My First Female Lover, der sich ansonsten nicht weiter zu helfen weiß, als eine Girl-on-Girl Szene wenig ästhetisch auszuschlachten. Allenfalls die Pointe mit Jayne Ester kann auf ihre rabiat unkünstlerische Art gefallen, während die gute Dame sonst nur als Mittel zum Zweck dient, um Misty Mundae glänzen zu lassen. Da im Endeffekt unterm Strich nur ein billiger Softporno herausgekommen ist, muß man sich den Film nicht unbedingt antun.