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Zombie 2 - Das letzte Kapitel (1985)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 06.11.2007, seitdem 511 Mal gelesen


Dieser Film ist ein oft verkanntes und missverstandenes Werk. Wer behauptet der Film würde nichts erzählen, was nicht bereits seine Vorgänger oder Artgenossen des Horrorgenres präsentiert haben, der hat wohl nur auf die Effekte geachtet und seine Ohren in den sehr gesellschaftskritischen und philosophischen Dialogen ausgeschaltet.
Gegenüber seiner beiden Vorgänger fällt "Day Of The Dead" tatsächlich etwas ab. Der Witz an der Sache ist, dass die Ursache ominöser Weise darin zu suchen ist, dass der Film so gut ist. Regisseur Romero ging nämlich sehr konsequent an die Sache ran, hielt sich an das bewährte Rezept auf der einen Seite die Situation des Vorgängers zu übernehmen und sie auf der anderen Seite einen Schritt weiter zu setzen. So gibt es jetzt noch mehr Zombies und noch weniger Menschen. Von nun an sind nur noch die Menschen über, die es aufgrund ihres unsympatischen Charakters geschafft haben in einer solchen Welt zu überleben. Hatten wir in "Die Nacht der lebenden Toten" noch Menschen die einem sympatisch waren, so hatten wir in "Zombie" nur noch reine Identifikationsfiguren. Die findet man dann zwar auch irgendwie sympatisch, weiß aber wie fragwürdig diese Protagonisten eigentlich sind. Und nun hat Romero das einzig richtige getan: Den Menschen in "Zombie 2" fehlt jede Sympathie, egal ob auf der Seite der Wissenschaftler oder der der Armee. Deswegen fehlt auch die Identifikation mit einer der Figuren und man kann das Geschehen nur noch von oben herab theoretisch betrachten. Das ist eigentlich eine tolle Sache, allerdings eine die viele nicht beherrschen. Das Ergebnis ist, dass viele diesen Horrorfilm deswegen nun doof finden.
Die die es schaffen dennoch geistig dran zu bleiben, werden neben den oben erwähnten Dialogen belohnt mit einer konsequenten Weiterführung Romeros in Bezug auf die Intelligenz der Kreaturen, mit tollen Masken und Effekten und in gewisser Hinsicht sogar mit dem Ekel vor der uns hier präsentierten Gesellschaft. Endgültig scheint einem die Frage aus Teil 2 beantwortet zu sein, wer nun das Schlechte verkörpert, Mensch oder Zombie? Wunderbar ist es mit anzusehen, wie beide Fronten Mensch sich mit Arroganz gegenüber stehen und einander reizen und sticheln. Augenzwinkernd kann man mit ansehen wie der scheinbar intelligenteste der kleinen Menschengruppe gleichzeitig auch der fragwürdigste aller Figuren ist. Seine Experimente mit den Toten mit fragwürdigsten und ethisch völlig indiskutablen Mitteln sind wunderbar von Romero eingebracht und in Szene gesetzt. Der von vielen als Oberbösewicht angesehene Anführer der Army-Fritzen ist mit Sicherheit ein richtiges Arschloch, er ist aber auch debil genug es nicht besser wissen zu können. Der Prof hingegen hätte diese Möglichkeit, wird unter der Ausrede der Wissenschaft aber ebenso zum Arschloch.
Ähnlich wie im Remake von "Dawn Of The Dead" gibt es eine weibliche Rolle (dort die einer Krankenschwester, hier die einer Wissenschaftlerin) die mit im Vordergrund steht. In beiden Filmen ist dies eine Rolle, mit der sich der Zuschauer gerne mal identifizieren möchte und bemerkt dabei oftmals gar nicht, wie fragwürdig, ja fast schon faschistisch, ihr Verhalten ist unter der Ausrede ja einen guten Grund zu haben. Wer sich mit solchen Figuren identifiziert, kann natürlich nicht die Kritik Romeros drei Filme verstehen, weil diese Figuren eben das verkörpern, was es am Fehlverhalten der Gattung Mensch, so ziemlich zu jeder Zeit, zu kritisieren gibt und gab. Wer sich an dieser Figur orientiert kann den Film schließlich nur schlecht finden (oder nur gut wegen seiner Effekte). Im "Dawn Of The Dead"-Remake erwartet der Regisseur sogar die Identifikation mit dem Blondchen, womit jegliche Aussage des Originals verschwand und der Film zum reinen fragwürdigen Popkornfilm wurde. Dass auch Romero es nicht schaffte sein hohes Niveau zu halten bewies er mit "Land Of The Dead". Dort war er zwar konsequent genug, das Fortschreiten der Zombieintelligenz zu zeigen, machte aber den großen Fehler die Gesellschaft in einem Stadium zu zeigen, das eher in die Zeit von "Night Of The Living Dead" gehört, nicht aber in die Zeit nach "Zombie 2". Das war sehr traurig. Was solls. Teil 3 ist gelungen, für mich bleibt dieser Film der Abschluß der Zombie-Trilogie mit einem weit im Hinterkopf verdrängten "Land Of The Dead".


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