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Zombie 2 - Das letzte Kapitel (1985)
Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 20.11.2002, seitdem 534 Mal gelesen
1968 erschuf George A. Romero mit "Night of the Living Dead" mehr oder weniger das Splattergenre. Dieser Film sollte auch noch 25 Jahre später einer der diskutiertesten und prägendsten Filme aller Zeiten sein. 1978 ließ Romero dann "Zombie - Dawn of the Dead" folgen, der prompt von vielen Kritikern zum brutalsten und grausamsten Machwerk der Filmgeschichte auserkoren wurde und seinem Vorgänger noch in Sachen Popularität und Gewalt übertraf. Weitere 7 Jahre später, man schrieb das Jahr 1985, drehte Romero dann den dritten und letzten Teil seiner Zombie-Trilogie, nämlich „Day of the Dead". Dieser sorgte nicht für ganz so viel Furore als seine beiden Vorgänger, wird er oft als schlechtester Teil der Reihe bezeichnet. Ich persönlich finde ihn aber äußerst gelungen, die Tatsache, dass die Hauptpersonen mehr oder weniger in einem unterirdischen Komplex eingesperrt sind und über ihnen gar kein Kampf zwischen Zombies und Menschen mehr tobt, weil letztere von den lebenden Toten vernichtet worden sind, ist schon recht bedrückend und bedrohlich. Natürlich schafft es Romero nicht, in Sachen Atmosphäre Filme wie „Maniac" oder „Texas Chainsaw Massacre" zu überbieten, denn in Anbetracht dessen, dass in „Day of the Dead" hauptsächlich Zombies die Feinde der Menschen sind, wird die Realität eher gen 0 getrieben, aber richtig Spannung kommt in einem Zombie-Film sowieso nie auf. Vielmehr konzentriert sich „Day of the Dead" eher auf die zwischenmenschliche Komponente, denn in der ersten Stunde herrscht ausschließlich der Streit unter den Menschen selber vor. Alle sind irgendwie gereizt und leben in furchtbarer Anspannung, da sie mehr als nur in der Unterzahl gegenüber der Zombies sind. Da kommt es dann schon mal vor, dass der recht extrovertierte Anführer der Soldaten und Zivilsten, die sich im unterirdischen Gebäude befinden, selbige mit einer Pistole bedroht, damit jene auch das befolgen, was er ihnen zum Auftrag macht. Somit ist „Day of the Dead" in der ersten Stunde recht düster und beängstigend, da so gut wie keine Zombies in Erscheinung treten. Ist das dann doch mal der Fall, sieht der Zuschauer aber lediglich, wie der Doktor Untersuchungen und Experimente an ihnen vornimmt, also die Gewalt hält sich in der ersten Hälfte des Ganzen recht zurück, man bekommt nur ein paar Szenen zu sehen, in denen den Zombies entweder die Eingeweide rausfallen oder einem Zombie der ganze Kopf entfernt worden ist, damit man nur noch das Gehirn sieht. Die Splatterszenen, die die Vorgänger so beherrscht haben, treten in „Day of the Dead" erst gegen Ende auf, somit könnte der Film auch eher als Horror- als als Splatterfilm beschrieben werden, auch wenn die blutigen Fressszenen wohl zu den brutalsten der Filmgeschichte gehören. Fakt ist, dass der Splatter mehr schockiert als dass er es noch in „Night of the Living Dead" und „Zombie" getan hat, da er in diesen beiden Filmen gut über die ganze Länge verteilt worden ist und sich in „Day of the Dead" erst am Ende zu erkennen gibt. Die Spezialeffekte von Tom Savini begeistern wie nie zuvor, die Qualität der SFX ist wirklich in der allerobersten Kategorie anzusiedeln, alles andere wäre eine Beleidigung.
Zu den Schauspielerleistungen ist zu sagen, dass die sich wirklich auf Spielfilm-Niveau befinden, also sie sind sicher nicht so schlecht wie in so vielen anderen Splatterfilmen. Da der Film wie gesagt in der ersten Stunde recht dialoglastig und hauptsächlich von den Darstellern, und nicht von den Zombies, getragen wird, musste da ja auch was unternommen werden, damit der Film nicht unfreiwillig komisch wird, weil die Schauspieler so unglücklich agieren. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass der Anführer der Truppe die Synchronstimme von Kurt Russell verliehen bekommen hat, da „Day of the Dead" genauso wie seine beiden Vorgänger als gelungener Spielfilm mit hammerharten SFX bezeichnet werden kann und nicht als reiner Splatterfilm wie die „Violent Shit"-Filme oder auch „Premutos", die ich auch alle sehr schätze.
Also „Day of the Dead" ist wirklich so gut wie sein Ruf. Die Leute, die den Film nicht mögen, kann ich nicht verstehen, aber das ist natürlich alles Geschmackssache. Ich stelle ihn auf eine Stufe mit „Zombie". Die Spezialeffekte sehen verdammt realistisch aus und wirken somit ziemlich hart. Wer also die Möglichkeit hat, eine ungeschnittene Version des Filmes zu bekommen und noch dazu auf Splatter- und Zombiefilme steht, muss zuschlagen. Aber bei dem Bekanntheitsgrad wie ihn „Day of the Dead" hat, hat ihn wahrscheinlich sowieso schon jeder gesehen, der was für das Genre übrig hat. Ein Meisterwerk des Horrorfilms! 9/10 Punkte
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