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Into the Sun - Im Netz der Yakuza (2005)

Eine Kritik von Boooshido (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 13.05.2006, seitdem 338 Mal gelesen


Into the Sun


Die Unterwelt von Tokyo gerät aus den Fugen und ist, dem Zeitalter entsprechend, im Umbruch. Ein Merkmal dafür ist das die Yakuza, oder besser ihre neue Generation, an Internationalen Geschäften interessiert ist und deshalb auch alte Werte und Traditionen mit den Füssen tritt. Ein hoher japanischer Minister wird ermordet, er trug maßgeblich zur Verabschiedung eines Gesetzes, welches Ausländer leichter abzuschieben ermöglichen soll, bei. Doch ist das der einzige Grund für dessen Tod? Das hiesige CIA, ruft für nähere Recherchen seinen besten Mann auf den Plan. Travis Hunter (Steven Seagal) ist mit den lokalen Traditionen und Bräuchen der Yakuza bestens vertraut, denn er wuchs hier auf. Schnell fruchtet seine Ermittlung und er kommt Koroda und einen Chinesen namens Tong auf die Spur. Ein Wort gibt das andere und später fordert der Machtkampf seine ersten tödlichen Opfer.

Konventionelle Actiongülle die, hinsichtlich der erreichten Härte, Streckenweise an Produktionen aus den 80iger Jahren erinnert. Ganz offensichtlich versuchten hier die Macher Seagal Fans der 1. Stunde bis hin zu Actionkonsumenten der I-Pod Generation zu erreichen. Freilich wäre ein Vergleich mit jüngeren Actionstars a la Vin Diesel albern da selbst ein in die Jahre gekommener Steven Seagal einfach viel mehr Charisma ausstrahlt. Doch bleibt der Film, Aufgrund der einfach gestrickten Geschichte mit dem üblichen Racheplot, dann doch genauso Massentauglich.

Die Inszenierung wurde flott und Zeitgemäß umgesetzt und die Charaktere, vor allem die Bösewichte, wunderbar überzeichnet. Die Rollen sind klar verteilt und der Zuschauer weiß von Anfang an wem er seine Sympathien schenken soll, weshalb dem unsäglichen INS GRASS BEISSEN von manchem Protagonisten auch eine gewisse Schockwirkung zugesprochen werden kann. Auch die vielen bekannten Gesichter gefallen ausnahmslos (z.B. Chiaki Kuriyama aus Kill Bill Vol. 1) und attestieren der Produktion einen professionellen Stab. Leider, und das ist einer der Hauptkritikpunkte, macht der Actionanteil einen relativ geringen Teil des Filmes aus, was zu der einen oder anderen Länge führt. Doch sollte man das Gebotene, bei dem wahrscheinlich sehr niedrigen Budget, zu würdigen wissen. Zuzufügen wäre trotz alledem das wenn es kracht es das dann dafür richtig tut.

Mein persönlicher Höhepunkt bleibt aber ein gefühlsduseliger Seagal der, unter Lotusblüten sitzend, seiner Angebeteten einen Heiratsantrag macht. Klingt seltsam unwirklich, aber irgendwie kauft man das Seagal bzw. seinem Charakter auch ab, er sehnt sich nach Ruhe und Geborgenheit, ein Gefühl was mit dem alt werden sicher mehr als glaubwürdig ist. Wohl auch ein weiteres Zeichen dafür dass die guten alten Zeiten vollends vorbei sind.

Solide Action mit einem sehr sympathischen Steven Seagal.


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