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Into the Sun - Im Netz der Yakuza (2005)

Eine Kritik von doiantius (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 12.10.2006, seitdem 483 Mal gelesen


[Warnung voraus: Ich bin als Steven Seagal Fan voreingenommen, also hat das Folgende als Fan-Talk einen nur geringen Objektivierbarkeitsfaktor.]

Seagal ist hier meines Erachtens einer seiner besten Filme gelungen, und das sage ich, nachdem ich wirklich alle geguckt habe.
Für mich steht das Werk auf einer Stufe mit "Marked for Death". Zwar nicht ganz so actionreich, aber da wir die Moves des Meisters schon kennen, genügen eine Handvoll kurze, dafür umso brutalere no-holds-barred-Sequenzen, um uns an seine Künste zu erinnern.
Von Anfang an setzt das Drehbuch den Protagonisten und sein Lebensgefühl ins Zentrum:
In Tokyo aufgewachsen und jetzt im Rahmen eines Spezialauftrags back in his old neighborhood, macht sich Steven daran, seine alten connections aufzufrischen.
Die zwischenmenschlichen Begegnungen sind es vor allem, die den Film tragen und das Interesse wachhalten.
Klar, 'Oneface' Seagal geriet hier kein Schauspiel im klassischen Sinne, doch seine gleichmütig ruhige Haltung und sein mildes Lächeln fügen sich schmiegsam in die von ausgezeichneter Kameraführung, gutem Schnitt und passender Musik veredelte , doch nie aufdringliche Fernoststimmung, trotz mancher Stereotypien.
Jakuza gegen geldgeile morallose no-brain Partygangster-Junkies, so lautet die zentrale Antithese des Streifens. Knallbunte Farben und ein paar aufregende Fieslinge vom Typ 'crazy!!' bringen den Adrenalin-Drive, in scharfem Kontrast zu Stevens gemächlichen Transaktionen.
Wenn der Held aber einmal zuschlägt, wird es extrablutig, und wieder krachen Knochen tödlich. Steven zeigt sich gnadenlos.
An das Buddiemovie erinnert an seiner Seite ein ungeschickter und etwas verlorener FBI-Agent, der recht sympathisch rüberkommt. Hilfe ist er freilich keine große, doch ein willkommener Kontrast, der den Wert von Steven's Einrasten in seine altes Milieu zu verdeutlichen weiß.
Ein weitere wohltuende Zutat findet sich in der Liebesaffäre mit einem sehr jungen Mädchen...ich möchte da nicht zu viel verrraten...die sich nicht scheut, die Altersdistanz deutlich, ja geradezu provokant zu zeigen, was manche sicher abstossen mag, mir aber aufgrund des Wahrheitsgehalts sehr zugesagt hat.
Und da kommt einiges an Unrecht auf Seagal zu, mehrsträngig häufen sich die Vergehen der Bösewichte und schneiden iohre Wunden tief und unwiederbringlich in die Seagal erneut liebgewordene Lebenswirklichkeit seiner Jugendzeit: die Rache ist grausam, doch das Leid ist nicht wiedergutzumachen.
Der Film endet auf einer äußerst wehmütigen Note.
Er sei empfohlen.


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