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Brothers Grimm (2005)

Eine Kritik von George Kochkessel (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 11.10.2005, seitdem 598 Mal gelesen


Jake und Will Grimm reisen als „Geisterjäger" durch´s französisch besetzte Deutschland des späten 18. Jahrhunderts. Freilich sind sämtliche Spukereien mit denen die einfache Landbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt werden von den beiden selbst erdacht und eindrucksvoll gespielt. Als ein französischer General den Schwindlern auf die Schliche kommt entgehen sie nur dadurch der Hinrichtung, dass sie sich verpflichten, die unheimlichen Vorkommnisse in dem kleinen thüringischen Ort Marbaden aufzuklären, wo seit geraumer Zeit kleine Kinder verschwinden. Anfänglich vermuten die beiden Grimms einen Trittbrettfahrer hinter den Entführungen, müssen aber bald erkennen, dass es in den Wäldern um Marbaden tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht ...

Allerlei Märchenmotive, von Schneewittchen bis zu Hänsel und Gretel und Rapunzel verwursten Terry Gilliam und Drehbuchautor Ehren Kruger in ihrem schick ausgestatteten Film. Wie üblich bei Gilliam wabert der Nebel und gluckst der Matsch in den Gassen seines Filmsets irgendwo in der osteuropäischen Walachei, wenngleich das Ganze dem geübten Zuschauer auch schon aus anderen Filme wie „Van Helsing", „Sleepy Hollow" oder „Gangs Of New York" *g* bekannt vorkommt.
Die Spezialeffekte sind erstaunlich schlecht geraten, was in Zeiten von „Herr der Ringe" und „Dark City" eigentlich nicht mehr passieren dürfte.
In den (Studio-)Wäldern lauern außer eines schlecht animierten Werwolfs und lebender Bäume eigentlich keine nennenswerten Gefahren. Die Spannung und vor allem der Spaß halten sich bedauerlicherweise sehr in Grenzen. Keine „Ritter, die Ni sagen", kein „Roger, der Buschmann", keine „Brücke des Todes". Lediglich eine verknitterte alte Hexe in einem Rapunzelturm und ein einzuschmeißender Spiegel.
Spaßelemente wie Peter Stormare in der Rolle eines italienischen Soldaten verärgern eher als zu unterhalten, was vielleicht auch an der unbeholfenen deutschewn Synchronisation liegen mag.
Und die beiden Hauptdarsteller? Der Fantast Jake, alias Heath Ledger und der Pragmatiker Will, alias Matt Damon bleiben farblos, zu lahm für Superhelden, zu unlustig für Tölpel.

Fazit:

Bedauerlich dass einer der letzten großen Kinomagier, der Schöpfer von Großoden wie „Brazil" und „Fear And Loathing In Las Vegas" nichts weiter zustande gebracht hat als einen mäßig spannenden Kinderfilm für Erwachsene. Ein weiteres Genie ist endgültig im Mainstream angekommen. Und das ist eindeutig gruseliger als jeder noch so tiefe Märchenwald.


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