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Marathon-Mann, Der (1976)

Eine Kritik von Puty Willi (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 04.03.2007, seitdem 313 Mal gelesen


Es gibt Filme die zwar als Klassiker gelten, in der Allgemeinheit im Lauf der Zeit allerdings zu unrecht etwas in Vergessenheit geraten sind.

Zu dieser Kategorie gehört auch der Marathon Mann. Anfangs beginnt der Film sehr merkwürdig und man hat nicht wirklich eine Ahnung um was es gehen könnte.

Der Film kommt langsam in Fahrt, legt dann aber richtig los und lässt den Zuschauer mitfiebern, wie selten. Der Grund dafür ist hauptsächlich die Hauptfigur, die überhaupt nicht weiß um was es geht und somit die ärmste Sau ist. Dustin Hoffman´s Charakter wird ohne Vorwarnung in die Geschichte hineingezogen und genauso geht es dem Publikum.

Stellenweise ist der Marathon Mann an Spannung kaum zu überbieten und hat darüberhinaus noch einen interessanten, weil höchst brisanten Hinergrund zu bieten. Die Figur des Szell ist ohne jeden Zweifel von der realen Person des Josef Mengele inspiriert, jenem KZ-Arzt von Ausschwitz, der in Argentinien untertauchen konnte und niemals gefunden wurde.

Die bekannteste Szene des Werkes ist sicherich die Foltersequenz, in der Szell Babe mit zahnärztlichen Geräten quält. Der Schmerz den Babe erleiden muss ist unerträglich und für den Zuschauer beinahe spürbar. Dazu immer wieder diese seltsame Frage, die der Arme Babe dank seiner Unwissenheit freilch nicht beantworten kann, " Sind Sie außer Gefahr?".
Ohne Zweifel eine legendäre Szene, bei der sich das meiste allerdings im Kopf abspielt. Denn die Kamera schwenkt, wie später in Reservoir Dogs im entscheidenden Moment weg.

Doch John Schlesingers Film hat auch noch andere sehr intensive Szenen zu bieten. Man denke nur an die unglaublich geniale Szene in der Szell auf der Straße von einem ehemaligen Opfer erkannt wird, ein wahrer Gänsehautmoment.

Technisch ist der Film, an seinem Alter gemessen, absolut top. Ausgezeichnet fotografiert und klasse geschnitten. Besonders genial ist allerdings der Score, welcher verdammt spannend ist.

Und dann noch die Schauspieler, bei denen man nur ein sehr gut vergeben kann. Dustin Hoffman noch in jungen Jahre liefert eine excellente Performance ab und wie gesagt man leidet mit ihm. Übertroffen wird er allerdings noch von Laurence Olivier, der sich seine Oscarnominierung mehr als verdient hat. Sein Szell ist das pure Böse und trotzdem weit davon entfernt eine Klischeefigur zu sein. Die Paranoia welche seine Figur besitzt stellt Olivier ebenso brillant dar, wie seine Krankhaftigkeit. Am Ende wirkt der KZ-Arzt beinahe nur noch erbärmlich. Auch Roy Scheider in den 70ern sehr gefragt, ist klasse.

Fazit: Der Marathon Mann ist meiner Meinung nach einer der besten Thriller aller Zeiten. Eine mitreißende und auch unangenehme Achterbahnfahrt, bei der es dem Zuschauer selbst am Ende des Films schwer fallen wird, erleichtert aufzuatmen.
9/10


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