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Leiche zum Dessert, Eine (1976)

Eine Kritik von nofx-total (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 20.02.2008, seitdem 312 Mal gelesen


Für mich bleibt nur eine tiefe Verbeugung vor dieser grandiosen Komödie übrig, denn sie zählt zu meinen Lieblingen des Genres. Daran, dass man einen Film unzählige Male schauen könnte, offenbart sich erst die Bedeutung des Wortes „Klassiker". Ich glaube auch kaum, dass es eine ähnliche Krimikomödie noch mal geben wird.

Um das Genre persiflieren zu können, müssen natürlich alle möglichen Klischees erst mal aufgefahren werden, um diese dann genüsslich dem Betrachter ad absurdum zu führen. Da ist natürlich das geheimnisvolle Haus mit Spukkulisse als idealer Treffpunkt für fünf Meisterdetektive, ein geheimnisvoller Gastgeber namens Lionel Twain sowie ein blinder Butler (wie ideal) und eine taubstumme Köchin (versteht sich blendend mit dem Butler, logisch). Die Aufgabe der Gäste: Sie sollen den von Twain vorausgesagten Mord - um Mitternacht soll es passieren - aufklären, für den Schlaumeier gibt's ein Preisgeld. Als dann Twain selbst ermordet aufgefunden wird, bricht ein turbulentes Chaos los.

Die Gagdichte ist in „Murder By Death" schier unglaublich, hier bekommt jeder sein Fett weg. Nicht nur die Detektive mit ihrem aufgesetztem Getue und die Entlarvung ihrer zumeist doch hanebüchenen Schlussfolgerungen, auch die Kriminalschriftsteller, die erst diese Figuren auf die Menschheit losließen - werden mit einer geharnischten Brandrede abgestraft, allerdings auf eine kauzige Art und Weise. Dazu passt die zwischendurch inszenierten gegenseitigen Vorwürfen der Beteiligten, wonach alle Anwesenden in ihrer Vergangenheit dunkle Flecken in ihrem Lebenslauf vorzuweisen hatten, diese Entmystifizierung unserer unfehlbaren Helden hat durchweg ihren Charme und zeigt, dass sie eben auch nur Menschen sind.

Dass „Murder By Death" eigentlich eher nur Komödie als Krimikomödie ist, wird spätestens beim Schlussgag sichtbar. Beim ersten Gucken - mit einer eventuell übersteigerten Erwartungshaltung - hat sich bei mir etwas Enttäuschung breit gemacht, denn die vorher durchgeführten Ermittlungen der fünf Schnüffelnasen laufen ins Leere und haben mit der Auflösung nicht viel zu tun, allerdings war dies ein gewollter satirischer Effekt, was auch sonst.

Fazit: Eine liebenswürdigere Hommage an den Krimi kann man sich kaum vorstellen. Eine komödiantische wie auch schauspielerische Meisterleistung in einem Film, der noch lange kein Rost ansetzen wird. Höchstens etwas Patina.


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