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Hooligans (2005)

Eine Kritik von Snake_Plissken (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 14.06.2006, seitdem 423 Mal gelesen


Nach „The Football Factory” ist „Hooligans“ ein weiterer filmischer Beitrag, der sich mit der berüchtigten englischen Hooligan-Szene befaßt. Doch im Gegensatz zum erstgenannten Film, der ein wenig ziellos das Schicksal einiger Mitglieder einer Schlägerclique beschreibt, ist es hier ein Amerikaner (Elijah Wood), der sich in der fremden Kultur Englands zurechtfinden muß und in die ihm völlig unbekannte Hooligan-Szene eingeführt wird. Dadurch wird auch kritischer mit dieser umgegangen. Zwar schrammt auch „Hooligans“ in einigen Szenen an einer bei „The Football Factory“ kritisierten Glorifizierung der Szene vorbei, doch im Großen und Ganzen distanziert sich der Film klar von den Gewaltdarstellungen, die nichtsdestotrotz einem Actionfilm näher sind, als einer Dokumentation. Vor allem „Ober-Hobbit“ Elijah Wood hat man wohl die Darstellung eines Nachwuchs-Hools nicht zugetraut, doch er macht seine Sache erstaunlich gut. Im Gegenteil: Am Anfang hilft ihm sein Weichei-Image, das er zweifelsohne besitzt, um den unbedarften amerikanischen Touristen darzustellen. Mit großen Augen schaut er sich die bierseelige Glorifizierung des europäischen Fußballs an (den er am Anfang tatsächlich „Soccer“ nennt). Nach und nach findet er aber Gefallen an der Kameradschaft und Zusammenhalt der Szene und er erarbeitet sich Respekt innerhalb der Gruppe. Diese Szenen sind es übrigens auch, die, wie oben beschrieben, nur knapp eine Glorifizierung der Hooliganszene verfehlen. Den Übergang zum Nachwuchsschläger nimmt man ihm im Verlaufe des Filmes ab, auch wenn sich vernunftbegabte Zuschauer, die mit dieser Szene nichts am Hut haben, sich doch über die Schnelligkeit wundern, in der ein unschuldiger College-Boy in einen harten Schläger mutiert. Wood stehen aber auch die aufgeschminkten Narben im Gesicht, die stellvertretend für die neu gewonnene Härte stehen. Charlie Hunnam verdient auch Erwähnung, da auch er eine Schlüsselrolle übernommen hat. Er ist es, der Wood (und somit auch den Zuschauer) in die Gruppe und letztlich in die Welt der Hooligans einführt. Dies funktioniert allerdings auch nur, weil seine Figur trotz aller fragwürdigen Handlungen, dennoch sympathisch ist. Dies gelingt Hunnam auch sehr gut, der einen rauen Charme versprüht (aber immerhin Charme!), man seinem Charakter auch nicht zur falschen Zeit auf der Straße begegnen möchte. Die Besetzung wird noch durch das bekannte Gesicht von Claire Forlani vervollständigt, die aber nicht viel mehr tun darf, als besorgt in die Kamera zu schauen. Sie steht somit für den letzten Rest Vernunft, das Woods Charakter im Laufe des Filmes verbleibt. Nichtsdestotrotz stellt sie die Ohnmacht gegenüber dem gewalttätigen „Hobby“ ihres Bruders glaubhaft dar und wird somit ebenso zu einer Idenitifikationsfigur des Publikums. Die Inszenierung von „Hooligans“ ist spannend und im Gegensatz zu „The Football Factory“ gibt es tatsächlich auch Spielszenen und Bilder aus dem Stadion zu sehen, was die Faszination der jungen Hools für den englischen Fußball nachvollziehbarer macht. Die Actionszenen sind packend inszeniert. Zudem fließt einiges an Blut. Dies ist durchaus gerechtfertigt, denn immerhin wird so gezeigt, dass Schlägereien kein Spaß, sondern bitterer und schmerzhafter Ernst sind. So schafft es Lexi Alexander einen Film zu inszenieren, der zwar keinen mahnenden Zeigefinger erhebt, sondern vielmehr einen spannenden, unterhaltsamen aber dennoch zumindest teilweise abschreckenden Einblick in die Hooliganszene ermöglicht. Dabei sind eine gewisse Faszination und Interesse auf Seiten des Zuschauers durchaus erlaubt, doch eine so fragwürdige Glorifizierung, wie in „The Football Factory“ findet nicht statt. Insofern kann man „Hooligans“ eigentlich jedem Fußball- und Filminteressierten ans Herz legen! Fazit: 7,5 / 10


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