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Godzilla: Final Wars (2004)
Eine Kritik von Shane Schofield (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 29.04.2005, seitdem 1124 Mal gelesen
Als erstes muss ich gleich klarstellen, das ich alles andere als ein großer Godzilla Fan bin oder irgendwann werde. Ich habe noch nicht mal alle Filme gesehen. Mein Ding sind die meisten halt nicht gewesen. Am besten hat mir aber bisher der „Godzilla:GMK“ gefallen. Bezeichnend fast, dass gerade dieser von Shusuke Kaneko ist, dessen „Gamera“ Filme mir eher liegen.
Trotzdem wollte ich unbedingt den (vorerst?) letzten Streifen mit der Riesenechse sehen. So eine Reihe wird ja wohl mit einem Knall beendet dachte ich mir. Hinzu kam das Kane Kosugi („Muscle Heat“, „Revenge Of The Ninja“) eine der Hauptrollen spielen sollte und natürlich die Regie in die Hände von Ryuhei Kitamura („Azumi“, Versus“) gelegt wurde. Dessen etwas prolliger und schneller Regiestil hat selbst bei schwächeren Streifen wie „Alive“ meinen Geschmack getroffen. Und auch hier merkt man von Anfang an, wer den Film gedreht hat.
Alles an dem Film ist OVER THE TOP. Zwischendurch kam mir der Gedanke ob es eine gute Idee ist Kitamura soviel Geld zu geben um Filme zu machen. Denn er schöpft aus den vollen und lässt es richtig krachen. Die Action ist fast Nonstop und Hauptsache es fliegt etwas in die Luft. So gehen den Mann öfter die Zügel durch. Da fliegen Sinnlos Autos durch die Luft, Häuser explodieren hinter den Protagonisten, Menschen prügeln sich wild und Schwerkraft gibt es scheinbar gar keine. Da seine Actionszenen sowieso schon meistens sehr übertrieben sind, versucht er sich hier noch zu steigern und das geht manchmal etwas nach hinten los. Z.B. ist die Motorradverfolgungsjagd arg lächerlich inszeniert und hat nicht die Qualität wie frühere Filme des Regisseurs. Sowieso legt Kitamura sehr viel wert auf die Actionszenen zwischen den Menschen der „Earth Defense Force“ und den Außerirdischen Angreifern die, die Welt mit allen möglichen Monstern aus früheren Godzilla Filmen übernehmen wollen. Zwar werden diesmal etliche Großstädte Weltweit niedergemacht, doch finde ich gerade dass dieses etwas zu kurz kommt. Besonders am zertrampeln der Spielzeughäuser hat man doch Spaß beim gucken dieser Filme.
Godzilla selbst tritt erst nach knapp 70 Minuten in Erscheinung. Wenn man die 3 Minuten am Anfang außer Acht lässt. Das ist mir für einen Godzilla Film doch arg spät. Zwar geht der Film dann immer noch knapp 50 Minuten, aber wie der putzige Kerl dann sehr schnell mit fast allen Monstern aufräumt ist doch etwas enttäuschend. Besonders wird es die Fans von den bestimmten Monstern so gehen(fragt mich nicht wie die heißen!). Ich fand ja immer diesen komischen Hund mit der Karottennase ganz drollig, aber gerade dieser ist nicht am Start. Dafür wird immerhin auch einer meiner Favoriten, dieser große Igel, geboten der herrlich patschend durch die Straßen spazieren darf. Natürlich sind auch die nervigen Zwillinge mit Mothra vor Ort. Die olle Motte fand ich immer sehr langweilig, sieht hier aber mit dem Pelzigen Gesicht ganz süß aus und zum Glück singen die beiden Mädels nicht. Natürlich darf auch Godzillas Sohn plus Junge nicht fehlen. Bei diesen Szenen ist der Trash Faktor extrem hoch. Gibt es eigentlich einen Grund warum der Sohn von Godzilla nie größer wird? Antworten bitte per Mail. Obwohl, eigentlich nicht:).
Aber wie gesagt sind alle Monsterkämpfe zu kurz geraten. Godzilla schreitet unbesiegbar durch den Streifen und man hat nicht einmal das Gefühl das er verlieren könnte. Das „mit Zittern“ bei seinen Battles fehlt dadurch komplett. Gerade hier, beim Hauptaugenmerk, verschenkt Kitamura reichlich Potenzial. Trotzdem gibt es kaum Pausen. Das Tempo ist extrem hoch und die Action immens, aber auch ziemlich abwechslungsreich. Neben den Monstern gibt es auch Schießereien mit billig aussehenden Waffen, Raumschlachten, überbordende Martial Arts Fights und Schwertkämpfe. Das alles läuft Wild und überzogen ab. Diesmal wird völlig auf ein Fünkchen Realismus verzichtet.
Wie schon mal kurz erwähnt, kann auch Kitamura dem Trashfaktor den viele Godzillastreifen anhaften, nicht beseitigen. Ob es einige schlechte Effekte sind, Godzillas Sohn zappelnd auf der Ladebank eines Autos liegt, einem Monster die Ohren zu Berge stehen oder merkwürdige Klamotten getragen werden(der Hauptdarsteller sieht manchmal aus, als ob er eine SS Uniform trägt…). Fehlen dürfen natürlich auch keine verrückten Charaktere, lustige Soundeffekte und viele coole Gesten. Dafür bietet er Film aber auch wirklich witzige Szenen. Die Abrechnung mit dem (extra schwach animierten?) US Godzilla gehört zu den gelungensten, aber auch wie die „United Nations“ schnell mal zu den „Space Nations“ gemacht wird, ist so absurd das es schon wieder Spaß macht.
Auf die Schauspieler gehe mal nicht weiter ein, denn teilweise wird dabei unterste Schublade geboten. Dafür dröhnt über die gesamte Laufzeit Musik (u.a. von Keith Emerson, + Titelsong von SUM 41) aus den Boxen. Teilweise etwas penetrant. Vor allem vermisste ich den üblichen Godzilla Theme. Der fetzt nämlich.
Fazit:
Ob der Streifen Hartgesottene Godzilla Fans gefällt, mag ich mir nicht anmaßen. Kritiken im Internet gehen dabei weit auseinander. Ich, als nicht Fan, wurde aber ordentlich unterhalten. Hier bekommt man maßlos übertriebene ununterbrochene Action geboten, sehr viele Effekte (mal gut, mal schlecht) und wie von Kitamura gewohnt, wird das alles ohne Rücksicht, einem um die Augen und Ohren geschlagen. Trotz der vielen Action, kam mir der Film teilweise aber etwas lange vor. Ein Problem welches der Regisseur schon früher hatte. Außerdem fand ich die Monsteraction etwas enttäuschend und knapp, sowie Godzilla selbst, wurde zu wenig Screentime eingeräumt. Doch insgesamt ist das ganze ein großes buntes unterhaltsames Knallbonbon.
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