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Squirm - Invasion der Bestien (1976)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 11.09.2007, seitdem 380 Mal gelesen


VORSICHT! SPOILER!
Der Film wirkt schmutzig, ist humorlos und in aller Ruhe erzählt. Das waren die typischen Pluspunkte der 70er-Horrorfilmwelle und somit auch dieses Filmes. Die Charaktere sind schablonenhaft und doch merkwürdig, die Musik skuriel wie gerne zu seiner Zeit (bis zu ihrem Höhepunkt in den 80ern beim skurielen X-Tro-Sound). Die Erklärung warum die Würmer durchdrehen ist bescheiden zu nennen (im Vergleich: Bei "Panik in der Sierra Nova" drehen die Tiere wegen des Ozonloches durch), unspektakulär gezeigt und somit ebenfalls gut zu nennen.
Was am allergröbsten an "Squirm" stört ist das hahnebüschene Verhalten seiner Protagonisten. Sie begehen zwar auf der einen Seite die üblichen Fehler, die man noch als menschlich abtun könnte und somit den Charakter ausmachen könnten, aber sie widersprechen sich alle paar Minuten, verhalten sich mal so, dann wieder ganz anders und reden auch ziemlichen Stuss. Mal reagieren unsere Helden völlig angstlos, dann erschrecken sie brutalst vor der selben Sache nur wenige Szenen später. Die Dialoge wirken verkrampft, das finde ich streckenweise noch ok, weil es zum schön zähen Verlauf eines 70er-Streifens gehört. Aber was die Leute sagen passt hinten und vorne nicht zusammen. Was die Hauptdarsteller anderen mitteilen und nicht mitteilen ist wahnsinnig wirr und derart unlogisch, dass man nicht mehr damit argumentieren kann, dass Menschen nun mal unlogisch handeln. Es ist schlimm, und mitunter habe ich da die deutsche Synchronisation in Verdacht, kann sein, dass das Original da gar nicht so schlimm drin ist. Es ist zwar nicht so schlimm wie in "Spookies", da geht wegen der mangelnden Logik alles kaputt, aber was Squirm betrifft kann neben der eben erwähnten Pluspunkte nun "nur noch" der Horrorpart alles ins Lot bringen. Aber auch da sieht es recht düster aus.
Zu Beginn des Films sehen wir schreiende Würmer. Das ist extremst lächerlich und es beruhigt im späteren Verlauf zu wissen, dass sie nur in den Nahaufnahmen schreien. Mein Gott, was wäre das ein Dummfug gewesen. So ist es ein trashiger Pluspunkt (im Horrorbereich natürlich ein Minuspunkt, den man aufgrund weniger Nahaufnahmen aber verzeihen kann). Der Horror selber kommt sehr lahm daher, nicht so übel wie in "Frösche" oder "Das Geheimnis der Todesinsel" aber definitiv zu lahm. In der ersten Hälfte passiert kaum etwas, da trumpft aber immerhin eine unauffällige Szene, in der die 2 Hauptfiguren sich unterhalten und ein Wurm die Wand langhuscht, ohne dass unsere Helden dies bemerken. Die Szene führt zwar nirgendwo hin, war aber durchaus atmosphärisch. In der zweiten Hälfte passiert dann etwas mehr, das schlecht gemachte überwiegt aber leider wieder dem gut gemachten. Gut gemacht ist eine Wurmattacke auf einem Boot, in dem sich die Würmer in das Gesicht des Opfers reinfressen. Dass dieser Mensch nicht stirbt, sondern wie ein wurmbefallener Zombie den Rest des Films über Leute attackiert ist ebenfalls eine gelungene Idee. Aber der Rest ist einfach zu harmlos. Die Morde geschehen meist im Off, zum Großteil sieht man erst hinterher die Opfer, die dann aber immerhin recht eklig aussehen. Dies bemerkt man allerdings nur bei sehr gutem Hingucken, da die Szenen allesamt sehr kurz und dunkel sind (letzteres ist von der Geschichte entschuldigt). Die Würmer in ihren Massenszenen wirken nicht so extrem, da gibt es allerdings eine schöne Szene, in der eines der Opfer geradezu im Würmermeer versinkt. Das war klasse. Dass man beim Öffnen der Badezimmertür eine Wurmflut entfacht, vorher aber nicht ein Vieh durch die Ritzen kroch, ist wiederum Bullshit. Horror verzichtet gerne mal auf Logik, aber nicht in solchen Dingen, dort ist ein Logikfehler auch im Horrorgenre ein Minuspunkt. Die einzelnen Würmer oder ihr Auftreten in kleinen Gruppen wirkt bedrohlicher, ist aber auch seltener zu sehen. Eine Duschszene, die durchaus gelungen beginnt endet leider nur im weiteren Hinhalten der Zuschauer. Szenen wie das beinahe Trinken eines Wurmes in einem Getränk hätten mehr Wirkung gezeigt, wenn man den Zuschauer vorher eingeweiht hätte.
Ein weiterer bescheuerter Fehler des Film ist es, dass der Hauptdarsteller mit einem Mal weiß, dass Licht ein gutes Mittel gegen diese Viecher ist. Woher er dies mit einem mal weiß, obwohl er vorher von diesen Tieren keine Ahnung hat, weiß niemand. War warscheinlich eine göttliche Erleuchtung. Ooooooch bitte, Leute!
Wenn am Ende die Stromleitung repariert ist und die Sonne am Himmel steht sind alle Würmer sofort wieder lieb, die Wirkung sofort verschwunden aber zumindest das ganze Städtchen tot, wenn das mal kein Trostpflaster in einem sonst so schwachen Film ist. Das beste kommt aber noch: Unsere beiden Helden retten sich auf einen Baum und klettern erst mitten am Tag runter. Die Sonne steht schon stundenlang am Himmel, die Würmer machen seit Stunden keine schlimmen Dinge mehr und einpennen könnte man nach so einem Tag auf dem Baum sicher auch nicht (zumindest nicht beide, sehr unwarscheinlich), aber mittags beschließen sie dann doch mal aufzustehen.
Nun ja, das war alles recht wenig. Da nutzt auch kein Einstiegskommentar, der uns alles als wirklich passierte Sache verkaufen will. Im Gegenteil, in einem OFDb-Review stand es bereits: Es ist eher hinderlich, weil es bereits zu viel erzählt. Für einen Horrorfilm ist das ziemlich dünn. Direkt verglichen mit "Slugs" kann "Squirm" nicht mithalten. "Slugs" hatte den Vorteil augenzwinkernd und doch nicht albern zu sein, und er war wesentlich blutiger. Was in vielen Filmen eher egal ist hätte "Squirm" damit noch retten können. Wenigstens blieb der Sheriff bis zum Schluß seinem Treiben treu, sein Tod wird nur angedeutet, obwohl er als der Oberarsch im Film präsentiert wird (das gibt es wirklich selten in solchen Filmen, Hut ab. Viel interessanter ist es allerdings, dass der Sheriff durchaus sympatisch wirkt, wenn man bedenkt wie penetrant und nervig der Hauptdarsteller rüber kommt).
Anbei: Die Schauspieler wirken für einen schlichten Tierhorror alle recht glaubhaft und fallen nicht negativ auf. Einige sogar ganz im Gegenteil. Gut war auch, dass die Schwester ziemlich normal besetzt ist (nix hüpfendes hübsches) und das storymäßig nicht immer alles so passiert, wie man zuvor vermutet. Aber um guter Durchschnitt zu sein hätte der Film ein Drehbuch gebraucht (und falls er eins hatte, dann ein Drehbuch, das sich nicht ständig widerspricht). Und eine gute Regie wäre auch ganz gut gewesen, die war ja nun wirklich stümperhaft. So bleiben leider nur 4 von 10 Punkten übrig, weil das ganze grad noch guckbar ist. Es ist zu schlecht um ihn als Routine zu bezeichnen und viel zu schwach um auch nur ansatzweise gut genannt werden zu können. Die hohe Bewertung beim OFDb und die lobenden, wenn auch kritischen, bisherigen Reviews zum Film wundern mich stark.


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