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Elektra (2005)

Eine Kritik von Gung Ho (Bewertung des Films: 3/10)
eingetragen am 20.03.2005, seitdem 228 Mal gelesen


"... Elektra war noch das beste an Daredevil..." hat eine große TV-Zeitschrift in ihrer Kritik geschrieben. Stimmt. Leider ist "Elektra" wiederum nur eine weitere überflüssige Comicverfilmung geworden. Der Grund: Der Streifen ist eine unausgegorene Mischung aus Action, Liebesschnulze, Fantasy und etwas asiatischer Pseudo-Philosophie. Und wer will schon eine Heldin sehen, die 90 Minuten lang mit einem psychischen Knacks durch die Gegend rennt? Natürlich hat niemand etwas dagegen, wenn den Figuren mehr Tiefgang verliehen wird, doch der Skriptwriter von "Elektra" übertreibt hier gnadenlos: Seine Titelfigur ist von permanenten Selbstzweifeln zerfressen, während der Zuschauer an der Wahl des richtigen Filmes zweifelt und letztendlich an der dargebotenen Langeweile verzweifelt.

Denn auch die Pflicht in einer jeden Comicverfilmung - nämlich die Action - ist hier äußerst mau ausgefallen: Zwar gibt es wieder die obligatorischen Martial Arts-Einlagen, doch diese sind so einfallslos, so unspektakulär geraten, dass jede Steven Seagel-Videopremiere eine echte Konkurrenz auf diesem Sektor darstellt. Auch Auseinandersetzung zwischen der Heldin und ihren Konrahenten - einer Gang namens "Die Hand" (übrigens die lächerlichste Rasselbande, die mir je untergekommen ist) - die im Wald (!) stattfindet und vermutlich das Highlight hätte sein sollen, ist erschreckend tröge inszeniert worden: Es fehlt an Tempo, Esprit, Ideen - einfach an allem. Die Bösewichter sind übrigens ein handvoll austauschbarer, nichtssagender C-Mimen in bescheuert-billigen Kostümen: Ein asiatisches Girl verteilt feurige Küsse, ein anderer Kerl kann seine Tatoos (Schlangen, Adler) als Waffen einsetzen, die quasi aus der Haut "herausquillen" , wobei die Effekte hier leider äußerst mittelmäßig geraten sind.

Wenn es etwas Positives über "Elektra" zu sagen gibt, dann eigentlich nur, dass Hauptdarstellerin Jennifer Garner tatsächlich soviel Charisma mitbringt, um den Film zu tragen. Ohne ihr Autreten wäre der Streifen vermutlich gleich in der Bedeutungslosigkeit des unendlich weiten direct-to-DVD-Meeres untergegangen Außerdem sieht die Aktrice in ihrem roten Kleid wirklich zum anbeißen aus, auch wenn der Fetzen leider erst in der letzten halben Stunde aufgetragen wird. Und Terence Stamp als Standard-Mentor ist der einzige, der so etwas wie Coolness in den Plot mit reinbringt.

Hätte Trash-Mogul Albert Pyun Hand angelegt wäre vermutlich ein doof-unterhaltsames Schrottfilmchen herausgekommen. So ist´s leider nur ein oftmals billig wirkendes, manchmal sogar lieblos herunter gedrehtes Fließbandprodukt geworden, dass es ohne seine Hauptdarstellerin vermutlich nicht einmal ins Kino geschafft hätte. Dann lieber nochmal "Catwoman" gucken: Der war zwar auch blöde, aber wenigsten noch sexy und leidlich unterhaltsam.


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