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Elektra (2005)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 12.07.2005, seitdem 1002 Mal gelesen


„Catwoman“ war ja schon Trash in Reinkultur, aber wenn man so einen Film auch noch seines Camp-Faktors beraubt, dann kommt da so etwas wie „Elektra“ raus, faktisch der Untote unter den Superheldenfilmen.
Er redet und atmet, er bewegt sich, aber es ist kein Leben, keine Seele in ihm.

Was der sonst so solide Regie führende Rob Bowman hier abliefert, ist eine gerade mal 80minütige Klopp-Show aus der Martial-Arts-Kiste, bei der einige Fantasy-Elemente für zusätzliche Effekte sorgen, damit es nicht ganz so anämisch wirkt. Nur, wo eh kein Blut drin ist, sieht auch kein Mensch Rot. Außer vor Ärger vielleicht.

Flott und stakkatohaft geschnitten, kickt und schnetzelt sich Jennifer Garner durch die Scharen von Schergen der bösen, bösen, bösen, bösen Organisation „Die Hand“, die es auf einen blassen Familienvater und seine Teenagertochter abgesehen haben. Des Fieslings Sohnemann rekrutiert ein Trüppchen finsterer Gesellen, die auch in „Hudson Hawk“ keine schlechte Figur gemacht hätte (nur wollten die in „Hudson Hawk“ alle albern sein!!!) und macht sich ans Werk. Am Ende ist er tot, seine Kumpanen auch und das war’s irgendwie.
Oder vielleicht auch nur erstmal.

Wer jetzt den Eindruck hat, eine Art überlangen Pilotfilm für eine Fernsehserie zu sehen, die an Samstag/Sonntagnachmittagen die geistig Armen gut unterhalten kann (Xena, Herkules, etc.), der liegt gar nicht mal so verkehrt.
Als würden noch 100 Folgen kommen, wird uns ein professionelle Killerin hingeworfen, die dank irgendeiner mysteriösen Technik so schnell und lautlos wie ein Geist ist und auch noch ein paar Minuten in die Zukunft schauen kann, wenn sie sich endlich mal kurz auf ihren hübschen Hintern setzt.
Stattdessen rennt sie aber immer mit versteinerter Miene durch die Gegend, als hätte sie während der Produktion von "Alias“ sämtlichen anderen Gesichtsausdrücke schon verbraucht. Irgendwo und sehr rudimentär ist da auch noch ein Kindheitstrauma rund um die ermordete Mama im Spiel, deren Ablage im wallenden Himmelbett man mindestens sechsmal im Film betrachten kann, ohne daß die Szene an Aussage und Bedeutung dazu gewinnt, mal davon abgesehen, daß auch der Dümmste ahnt, wer am Ende der Täter war.

Jennifer Garner sieht zwar knusprig aus und wurde auch mit tief dekolltiertem Dress gut in Szene gesetzt, spielt aber wie ein Männlein aus der Augsburger Puppenkiste. Ihr Partner Goran Visnjic (ER) leistet Abbitte und lächelt dafür die ganze Zeit entschuldigend ihr und dem Zuschauer zu, während die Teenager-Bratze mal wieder jedes Klischee erbricht, das nach wegweisenden Werken wie „Leon – Der Profi“ endlich der Vergangenheit angehören sollte. Allenfalls Terence Stamp arbeitet mit meditativer Ruhe seine Mentorenrolle ab und erwirbt sich das Prädikat „professionell“.

Der Todesstoß ist aber das papierdünne Drehbuch, das nur in ein, zwei Kampfszenen, wie dem Bettlakengefecht optisch reizvoll umgesetzt wurde. Ansonsten siegt die inhaltliche Leere und die Formlosigkeit des Films, den man auch ohne übernatürliche Kräfte wie lebende Tattoos oder giftige Ausstrahlungen schon dutzendmal woanders gesehen hat.

Womit Miss Garner jeden Kredit, den man ihr nach „30 über Nacht“ ausstellen wollte, schon wieder verspielt hat, obwohl sie gegen dieses Skript nie eine Chance hatte. Aber vielleicht sind wir nach vielen guten Comicverfilmungen auch nur zu verwöhnt, daß wir Tiefe und Konflikt erwarten, wenn wir in die Seele unserer Heroen schauen. Aber Miss Garner kann da leider nur mit ihrem ofenwarmen Ausschnitt punkten. Für ein paar 17jährige wird’s aber noch reichen. (2/10)


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