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Letzte Haus links, Das (1972)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 26.02.2004, seitdem 897 Mal gelesen



"Last House on the left" ist einer dieser typischen Erstlingswerke von Regisseuren aus dem Horrorfilmgewerbe: roh, brutal, schmuddelig und schonungslos. Aber der einfachste Weg sich einen Namen zu machen und Interesse auf sich zu lenken. So schuf Wes Craven zusammen mit Sean Cunningham, der den Film produzierte, einen weiteren Klassiker des modernen Horrorfilmes, der ganz in der Tradition eines TCM mitschwimmt - denn manchmal ist weniger mehr. Auch hier zeugt der Schrecken und die Gewalt eher mehr durch eine morbide und kranke AtmosphÀre als durch Splattereffekte.

Die Story des Filmes ist einfach gestrickt:
Mari und Phyllis - zwei attraktive MĂ€dchen vom Land - wollen in die Stadt um ein Rockkonzert zu besuchen. Auf der Suche nach etwas "Gras" geraten sie an "Junior", das jĂŒngste Mitglied einer vierköpfigen Gang, dessen AnfĂŒhrer gerade aus dem Knast geflohen ist. "Junior" lockt die beiden in ihre Unterhausung und als die TĂŒr ins Schloss fĂ€llt, beginnt fĂŒr die MĂ€dchen eine Tortur sondergleichen. Sie werden unter schwersten sadistischen Folterungen gedemĂŒtigt und getötet. Eins der MĂ€dchen - Mari - versucht mit dem einfachen "Junior" anzubĂ€ndeln um vielleicht doch eine Chance auf Flucht zu bekommen. Doch all ihre BemĂŒhungen nĂŒtzen nichts; auch sie fĂ€llt der Bande zum Opfer. Als diese auf der Suche nach Unterkunft zum "letzen Haus links" kommen, ahnen sie nicht, das sie in das Haus von (ehemals) Mari kommen...als die Mutter den von Mari an "Junior" geschenkten "Peace"-AnhĂ€nger sieht, fĂŒhlt sie das etwas nicht in Ordnung ist. Zusammen mit ihrem Mann findet sie ihre Tochter und beide starten einen grausamen Rachefeldzug...

Ohne Frage: "Last House on the left" provoziert und schockiert. Wes Cravens Erstling ist wirklich ein filmischer Schlag in die Magengrube, der auch nach ĂŒber 30 Jahren nach seiner Entstehung noch ziemlich hart ist.
Das liegt vor allem an der kranken AtmosphĂ€re. Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit von Anfang an; der Zuschauer weiß, das keines der MĂ€dchen entkommen kann. Das mindert die ohnehin kaum vorhandene Spannung - allenfalls das Ende kann mit einem Hauch dieser aufwarten. Aufgrund der kurzen Spielzeit von knapp 85 Minuten aber noch verschmerzbar.

Irgendwie nicht passend, aber die morbide Atmo unterstreichend ist die spassige Seventies-Country-Musik, die fast den gesamten Film durchzieht. Entweder bildet sie den Kontrast zu den gewalttÀtigen Bildern und mildert diese etwas ab, oder aber sie unterstreicht noch die schockierende Wirkung. Im Anbetracht dessen, das in dem Film sonst jegliche Art von Humor fehlt, beides durchaus vorstellbar.

Einzig und allein "witzig" sind noch die Darsteller der beiden Polizisten. Na ja witzig...deplaziert und dilettantisch passt eher auf diese zu. Und heben sich vom Rest ab, denn ansonsten kommen die Personen gut rĂŒber. Vor allem David Hess als der Gangleader ist psychopathisch - sadistisch gezeichnet. Auch die anderen Fieslinge gehen in ihrer Rolle auf. Charaktertiefe gibt es aber bei ihnen genauso wenig wie bei den MĂ€dchen oder den Eltern. So ist zwar deren Schicksal tragisch, aber so richtig "weh tun" tut es nicht, da eine Identifikation kaum stattfindet. Trotzdem wĂŒnscht man das keinem...

Die Torturen und Tötungen sind allesamt recht hart und fies, finden aber meist im Off statt. Gerade die paar Blutszenen werden dezent im Off gehalten und höchstens kurz angedeutet. DafĂŒr sind die menschenunwĂŒrdigen MaltrĂ€tierungen öfter und lĂ€nger im Bild und schocken hier mehr.

Fazit: Vergessener (verdrÀngter(?)) Klassiker des Horrorfilms und der "Rape & Revenge" - Streifen.


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