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Torso (1973)

Eine Kritik von Schwarz (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 29.06.2005, seitdem 985 Mal gelesen


Im klassischen Giallostil ermordet ein Vermummter mit schwarzen Handschuhen eine Kunststudentin, eine weitere wird abseits eines Hippietreffens in einem sumpfigen Wald erwürgt und verstümmelt. Die beiden Rowdys der Uni sowie ein rotgemusterter Schal sind die ersten Fährten, der eifersüchtige Exfreund von Daniela, Stefano, gehört auch zu den Verdächtigen. Die Ermittlungen der Polizei gehören nur zur Randerscheinung dieses Thrillers, der die malerischen Kulissen Roms verlässt und die Hauptfiguren, vier weitere Studentinnen, in die nicht weniger opulent ausgestatteten Sets eines Landhauses in idyllischer Umgebung führt. Die Ferien der jungen Frauen werden Freunden von sleazigen 70er Streifen zusagen, viele Nacktszenen fügt das Drehbuch ein. Auch die männliche Dorfjugend bringt das aus der Fassung, am Rande führt das szenisch anscheinend zu einer Inspirationsquelle für "Ich Spuck Auf Dein Grab", doch ohne die Gewaltexzesse. Die gibt es an anderer Stelle allerdings schon, die Mordszenen können in ihrer rohen Art überzeugen, auch wenn der ein oder andere Spezialeffekt heute antiquiert aussieht. Denn harmlos geht es gewiss nicht zu, wenn ein Kopf zerquetscht oder gar Extremitäten abgesägt werden, während sich die Atmosphäre in der zweiten Hälfte Richtung Slasher und schließlich Richtung Terrorfilm entwickelt, sehr zum Wohle des Spannungsbogens. Genau so gelungen ist die Kameraarbeit mit schönen Ausschnitten und Fahrten, wer über einige Logikfehler und solide, doch kaum oscarverdächtige Darsteller hinwegsehen kann kommt in den Genuss eines hervorragenden, stellenweise erstaunlich blutigen, horrorlastigen Giallos. Positiv fällt zudem auf, dass sich das geradlinige Drehbuch nicht in unwichtigen Verwirrspielen verzettelt, wie so einige andere Genrependants, sondern ohne unerklärliche Phänomene oder peinliche Sperenzchen zum Punkt des Schreckens kommt. Sergio Martinho beweist nach "Der Schwanz Des Skorpions" und "Die Farben Der Nacht" einmal mehr sein Talent als exzellenter Giallo-Filmer der Siebziger.

Fazit: Enthält alles, was man von einem Giallo erwarten kann, außer dem großen Aha-Effekt vielleicht. Ein kultiger Groschenroman auf Zelluloid. 7/10 Punkten


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