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Asphalt-Kannibalen (1980)

Eine Kritik von Tyler Durden! (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 27.06.2006, seitdem 552 Mal gelesen


Was für ein Müll.
Am aggressivsten haben mich die danach betrachteten Interviews mit den Beteiligten gemacht, die über den Film sprachen, als wäre er ein Meisterwerk. Antonio Margheriti, Regisseur der Asphalt Kannibalen, erzählte in 10 Minuten ungefähr 10 mal ganz stolz, dass Quentin Tarantino dieser Film besonders gefallen habe. Wenn das mal kein reines Höflichkeitslob war.
Doch zum Film. Es dreht sich um 3 Vietnamveteranen. 2 von ihnen, Tommy und Bukovski, wurden im Krieg zu Kannibalen. Offenbar, weil sie von einem „Kannibalenvirus“ infiziert wurden. Diesen gaben sie durch einen Biss auch an ihren Captain (John Saxon) weiter. Norman hieß er, wenn ich mich recht erinnere. Sie kommen in eine Anstalt und werden komischerweise nicht sehr intensiv bewacht. Bukovski kommt sogar frei und verliert die Nerven. Als auch Norman kannibalistische Züge annimmt, schließen sich die drei Kannibalen zusammen...
Die Story ist ganz witzig und hatte sicherlich Potential. Man muss dabei von den Logiklücken absehen, die zahlreich diesen Film schmücken. Die Umsetzung jedoch ist für mich ein Debakel. Statt die Bösewichte unter die Leute zu bringen, wo sie eine Gefahr dargestellt hätten, verschwinden sie in die Kanalisation, wo sie für niemanden eine Gefahr darstellen, außer für die völlig amateurhaft vorgehenden Polizisten. Man weiß auch nie so recht, was eigentlich das Ziel der Bösen ist. Kein Mensch versteht, warum sie in die Kanalisation gehen oder was die Frau überhaupt bei ihnen zu suchen hat. Schlimm das.
Die Schauspieler waren auch schlecht. Besonders von John Saxon war ich sehr enttäuscht, der vielen aus drei Nightmarefilmen ein Begriff sein sollte. Er mutiert im Film vom schüchternen Ehemann zum Kannibalen und ist absolut unfähig, das ansprechend umzusetzen. Auch die anderen bleiben blass und nerven eher als dass man sie als professionelle Schauspieler identifizieren könnte.
Doch zum negativen Höhepunkt: Die Musikuntermalung. Schrecklich! In einigen potentiell spannenden Szenen wird die Atmosphäre mutwillig durch Musik zerstört, die ich einer Jazz-Jam-Session zuordnen würde. So geht wirklich jegliche Spannung verloren und der Film wird in den deutlichen Unterdurchschnitt gedrückt.
Das Ende war ebenfalls enttäuschend. Zuerst völlig unpassender Kitsch (in der letzten Minute versuchte man, Romantik in den Film zu bringen), dann abschließend die obligatorische Fortsetzungssequenz.
Nicht einmal die Splatterelemente, die gelegentlich daherkommen, sind überzeugend (abgesehen natürlich von der Bauchschuss-Sequenz)

Fazit: Ein durch und durch schwacher Film, der kaum Pluspunkte bietet. Musikalisches Debakel, dadurch komplette Spannungsauslöschung, schlechte Schauspieler, miserabel umgesetzte Story, mittelmäßige Splattereffekte. Auf keinen Fall anschauen, nichtmal der Vollständigkeit halber. 2 Punkte. Euer
Don


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