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Million Dollar Baby (2004)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 21.12.2005, seitdem 346 Mal gelesen


In einem Alter, wo andere längst dem wohlverdienten Ruhestand fröhnen, zeigt sich Hollywood-Legende Clint Eastwood auch mit über 70 Jahren alles andere als müde - und besser denn je!. Mit "Million Dollar Baby" gelang ihm ein völlig zu Recht mit dem Oskar prämiertes, dramatisches Meisterwerk um eine aus kleinsten Verhältnissen stammende, aufstrebende Boxerin, deren Lebenstraum schließlich tatsächlich in greifbare Nähe rückt. Doch dann schlägt plötzlich das Schicksal erbarmungslos zu...

"Million Dollar Baby" lebt weniger von seiner für sich genommen eher schlichten Geschichte als vielmehr von der herausragenden, ungemein gefühlvollen Regieleistung Eastwoods und dem engagierten Spiel seiner Darsteller. Eastwood selbst ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und darf sich auch hier gewohnt grimmig präsentieren - aber auch zunehmend echte Gefühle zeigen. Haudegen Morgan Freeman ("Die Verurteilten") gibt widerum einmal mehr bravorös die beobachtende, erzählende Instanz, während sich die junge Hilary Swank ("Insomnia") vor allem im Ring beweisen kann. Gegen die beiden Monumentalgrößen des Kinos Eastwood und Freeman vermag sie sich freilich nicht wirklich zu behaupten, dennoch gibt gerade ihr Newcomer-Image und Unbekümmertheit der dreipoligen Charakterkonstellation eine sehr erfrischende und letztlich natürlich ungemein tragische Note. Toll gelungen aber auch die liebevoll gestalteten Nebencharaktere, die zwar den Kernteil der Geschichte selbst nie spürbar berühren aber trotzdem, wie beispielsweise im Falle des tragikomischen Kämpferherzes "Danger", im Gegenzug eindrucksvoll zur Verdeutlichung verschiedener Motive herangezogen werden.
Nein, "Million Dollar Baby" ist definitiv kein Film, bei dem man popkornschaufelnd nebenher mit dem Sitznachbarn brabbelt. Vielmehr läd dieses mit schlichten Mitteln ungeheuer atmosphärisch in Szene gesetzte Stück Gefühlskino zum Eintauchen - und durchaus provokativ sicher auch Nachdenken ein. Es ist ganz einfach einer jener Filme, bei welchen man auch den Abspann wortlos passieren lässt und sich erst im Anschluss schweigend erhebt.

Brilliant gespielt, mit einem phänomenalen, von Eastwood eigenhändig gestalteten Soundtrack gesegnet und ungemein packend erzählt darf sich "Million Dollar Baby" ohne Zweifel zu den bisher größten filmischen Meisterwerken des noch jungen Jahrhunderts zählen lassen. Zur absoluten Höchstnote (Ich gebe verdammt gute 8 Punkte) will es letztlich aber nicht ganz reichen, da ich der Meinung bin, daß der Ausklang insgesamt noch einen Tick intensiver und eventuell auch ausführlicher hätte ausfallen dürfen...


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