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Born to Fight (2004)
Eine Kritik von movieguide (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 10.09.2006, seitdem 263 Mal gelesen
Born to Fight ist ein weiterer Schritt für Thailand auf dem Weg zum Mekka des asiatischen Martial Arts Films. Hinter dem Projekt stehen die Macher von Ong-Bak und Tom Yum Goong, nur das dieses Mal Actionchoreograph Panna Rittikrai gleich auch noch den gesamten Film inszenierte. Also besser gleich die Hanfbandagen enger schnüren, denn hier gibt’s Action der härteren Gangart.
Zwar kann Born to Fight nicht mit einer Kampfmaschine wie Tony Jaa aufwarten, doch auch sein Ersatzmann Dan Chupong ist keine schlechte Wahl. Er spielt den Cop Deaw der zusammen mit seinem Partner den gesuchten Drogenboss Yang verhaften will. Das erweist sich schwieriger als gedacht, sein Partner stirbt als eine Bombe detoniert. Danach braucht Deaw erst einmal Pause und beschließt mit Schwester und Sportverein in ein entlegenes Bergdorf zu fahren. Kaum dort angekommen werden sie Opfer einer Geiselnahme, bei der zahlreiche unschuldige Zivilisten getötet werden. Der Anführer der Gruppe fordert die Freilassung von General Yang, ansonsten würden nicht nur alle Dorfbewohner getötet, sondern auch eine Atomrakete auf Bangkok abgefeuert. Zeit für Deaw um zu handeln!
Born to Fight wird das Publikum wohl in zwei Lager spalten. Die einen werden den Film als inhaltsloses Actionflickwerk verfluchen, als Actionfan wird man sich hingegen an den genialen Schauwerten erfreuen. Eines also vorweg, rein inhaltlich könnte dieser Film oberflächiger kaum sein und wartet mit einer Handlung auf die lediglich minimalistischste Ansprüche erfüllt. Die Alibi-Geschichte dient im Wesentlichen nur dazu Spielfiguren und Schauplatz vorzustellen. Kein Wunder also das auch alle Darsteller eher laienhaft agieren und kein Klischee ausgelassen wird. Unnötig auch der Hang zum übertriebenen Patriotismus, wenn mit Flagge und Nationalhymne aus dem Radio der Sturm auf die feindlichen Truppen eröffnet wird. Erinnert alles etwas an billige B-Actionmovies, doch Born to Fight hat mehr zu bieten als der Anschein vermuten lässt.
Schon die Eröffnungssequenz ist ein Fest für Actionpuristen. Auf einem fahrenden Truck muss Dan Chupong reihenweise Ganoven abfertigen. So etwas hat man zwar schon oft gesehen, aber selten so realistisch wie hier. Wenn Stuntman zwischen zwei fahrenden Trucks herunterpurzeln und nur knapp mit ihrem Kopf die Räder verfehlen, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Die Stunts sind dabei in etwas vom selben Kaliber wie zu Jackie Chans Glanzzeiten. In Thailand sind Actionszenen offensichtlich noch echte Handarbeit, auf Tricks und Seile wird gern verzichtet. Mich hätte es daher auch nicht gewundert wenn während der Dreharbeit der ein oder andere Stuntman verstorben wäre, Verletzungen waren offensichtlich an der Tagesordnung.
Nach kurzer Verschnaufpause und dem Ausflug ins Bergdorf verbunden mit etwas sentimentalen Kitsch, folgt eine der längsten nonstop Actionsequenzen der letzten Jahre. Den Auftakt macht ein Massaker an der Dorfbevölkerung, welches sehr ungeschönt und hart präsentiert wird. Daraufhin greifen die Dorfbewohner zu den Waffen und schlagen zurück. Die Sportler haben allesamt unterschiedliche Fähigkeiten, die sie gegen ihre Gegner anwenden. Zur Abwechslung also mal keine One Man Show, sondern eher eine Ensembleleistung, getreu dem Moto ‚gemeinsam ist man stark’. Der Fußballer tritt den Soldaten Melonen in die Visage, der Athlet nutzt seine akrobatischen Talente, die Kämpferin überzeugt durch präzise High Kicks. Die Kämpfe könnten spektakulärer kaum sein und warten mit den besten Stunts auf, die man seit längerem bewundern konnte. In punkto Härtegrad stehen sie den bombastischen Stunts z.B. aus Police Story in nichts nach. Realismus wird insgesamt aber eher klein geschrieben, wichtiger war den Machern wohl einzigartige und halsbrecherische Action statt komplett ausgearbeiteten Kämpfen. Meist sieht man also nur kurze Einzelsequenzen, die für sich betrachtet spektakulär sind, aber keineswegs in einer Liga mit Tony Jaa spielen. Dazu kommt auch, das nicht ausschließlich Martial Arts zum Einsatz kommt, vom Maschinengewehr bis zur Panzerfaust findet alles irgendwie Verwendung. In der Machart bleibt man dabei dem von John Woo begründeten Heroic Bloodshed Movie treu: der Bodycount ist beträchtlich und spektakuläre Shootouts werden in Slow-Motion exzessiv zelebriert. Dazu passt sogar das monotone Elektrogeduddel, was offensichtlich als Soundtrack herhalten soll. Die Zerstörungsorgie mündet schließlich in einem großangelegten Feuerwerk, bei dem gleich mal ein ganzes Dorf von der Landkarte radiert wird. Wohlgemerkt alles ohne Tricks und CGI, von einer Langstreckenrakete und dem Einschlag in Bangkok einmal angesehen.
Fazit:
Pures Unterhaltungskino ohne geistigen Anspruch, ertklassige und knüppelharte Action – all das bietet Born to Fight. Sicher, der Streifen hat eklatante Schwächen in der Umsetzung und verzichtet fast völlig auf einen inhaltlichen Unterbau, kann aber dennoch begeistern. Hier wird ein Actionfeuerwerk von der ersten bis zur letzten Minute abgefackelt und das mit geringem Budget. Hauptdarsteller Dan Chupong bekommt hoffentlich noch öfter Gelegenheit sein Können zu zeigen, wäre ja schade wenn Tony Jaa der einzige Exportschlager Thailands bleiben würde. Dessen Actionkracher waren somit keine Eintagsfliegen, Thailand scheint Hongkong langsam aber sicher den Rang im Actiongenre abzulaufen.
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