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Tiger hetzt die Meute, Der (1973)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 26.06.2004, seitdem 931 Mal gelesen
Burt Reynolds hat in seiner Karriere in so einigen Murksfilmen mitgespielt, doch vor allem in den Siebzigern einiges Brauchbares abgeliefert. „White Lightning“ gehört eindeutig zu seinen besseren Filmen, da Regisseur Joseph Sargent („Jaws: The Revenge“, „The Taking of Pelham One Two Three”), das schwache Skript mit netten Verfolgungsjagden würzt.
Die Schwarzbrennerei ist im Süden Amerikas ein lukratives Geschäft. Nicht nur für die Hersteller, sondern auch für Gesetzeshüter wie Sheriff Connors (Ned Beatty), der seine Hand aufhält und das Schmiergeld unter seinen Leuten aufteilt. Um seine Geldquellen zu schützen schreckt er auch vor Mord nicht zurück und so muss Gator McKluskys (Burt Reynolds, „Deliverance“, The Longest Yard“) Bruder dran glauben. Dieser sinnt, selbst für den Transport von illegalem Schnaps im Knast seine Strafe absitzend, auf Rache und schließt einen Deal mit der Polizei. Er soll Beweise gegen den Sheriff liefern und erhält so Straffreiheit.
Zugegeben, der Deal ist, gerade nach dem misslungenem Fluchtversuch reichlich konstruiert und die freundliche Art des Gefängnischefs etwas befremdlich, aber Optik und Musik machen das schnell wieder wett. Das Südstaatenszenario ist recht attraktiv eingefangenen, während Charles Bernsteins („Nightmare“, „Mr. Majestyk“, „Gator“) Score für den Rest sorgt. Ein Teil hiervon wurde übrigens von Quentin Tarantino in „Kill Bill Vol. 1“ etwas abgewandelt wieder verwendet.
Da der Plot sich doch sehr zieht und Gator erst bei seinen Eltern vorbeischaut, um Antworten zu bekommen und auch der Einstieg ins Alkoholgeschäft erst mit einigen schlagkräftigen Argumenten gelingt, füllt Sargent den Film mit einigen Autoverfolgungsjagden auf, die für die Zeit sehr schick sind, einige spektakuläre Stunts zu bieten haben und mit wonnigem Motorröhren bei PS-Freunden für Entzücken sorgen dürften. 400 PS unter der Haube hören sich eben entsprechend an und werden im Finale minutenlang ausgefahren.
Während Gator langsam die Skrupel packen, da er Leute hintergeht, die eigentlich aus „seinem“ Geschäft sind und ihm vertrauen, werden leider einige Längen überdeutlich. Anstatt sich weiter auf Gators provokantes Verhalten und Versuche Beweise zu sammeln zu konzentrieren, sind zwischendurch einige Frauengeschichten an der Tagesordnung, die dann nach bewährtem Reynolds-Muster ablaufen – mit seinem Charme bekommt er sie alle. Nur bringt das den Film kaum voran.
Burt Reynolds (ohne Schnurrbart, dafür mit Kotletten) spielt wie gewohnt mit eisernen Nerven und dem Ziel vor Augen, wobei die Verbitterung über den Tod seines Bruders etwas schnell schwindet. Flapsige Sprüche sind hier noch etwas seltener als später, zuschlagen kann er hier indes auch schon. Der Rest des Casts ist durchaus mit bekannten Namen gespickt, vermag aber kaum zu Aufmerksamkeit zu erregen, wenn man von einigen rassistischen Bemerkungen gegenüber Hippies, Schwarzen und Kommunisten mal absieht.
Fazit:
„White Lightning“ gehört eindeutig zu den besseren Reynolds-Filmen, da der neben einem gut aufgelegten Hauptdarsteller, toller Musikbegleitung und ausufernden Autoverfolgungsjagden fast über die komplette Distanz unterhalten kann. Während die schwüle Atmosphäre rüber kommt, krankt das Skript aber an einigen Durchhängern und Spannungsabfällen.
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