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Eyes of Crystal - Die Angst in deinen Augen (2004)

Eine Kritik von filmhund (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 31.12.2006, seitdem 440 Mal gelesen


"Eyes of Chrystal" wurde schon längst als DER Neo-Giallo der letzten zehn Jahre betitelt, ebenso als der Film, den Argento hätte drehen sollen.
So ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht, denn die erste Hälfte, ja sogar etwas mehr, beinhaltet all die liebgewonnenen Elemente eines Giallo-Klassikers: unvergesslich inszenierte, brutale Morde, der unbekannte Killer, schöne Kamera-Extravaganzen und sogar eine Opening-Credit-Sequenz, welche doch ziemlich an einschlägige Argento-Werke erinnert. Doch ist es nicht genau das, was die Fans dieses Genres sich stets erhofft hatten? Einen Film, der gnadenlos seinen Formeln folgt, jeder ein "Profondo Rosso"; wenn es sein muss, sogar der selbe Film mit neuem Titel!
Hier liegt ein wenig das Problem der Neuauflage dieses geliebten Genres, das Krimis zu Kunstwerken stilisierte und zeigte, wie göttlich Style-over-Substance werden konnte: sein Meisterwerk ist bereits gemacht und kopiert worde. Da kommt man eben nicht heran.
Alles was man tun kann, ist, seine Liebe zu diesen Werken lauthals herauszuschreien und einen FIlm wie diesen hier zu inszenieren!
Alles ist wundervoll an diesem Streifen: Darsteller, Kamera, sogar die ungewöhnliche Musik und so manch gemeine FX - zumindest in der ersten Hälfte.
Woran dieses angehende Giallo-Meisterstück scheitert, ist seine tragende Hauptfigur, die zunächst so perfekt in das Giallo-typische extrem kühle Männerbild passt, reaktionär und in sich gekehrt, kein Superheld, aber ein totaler Gegner von Gewalt gegen Frauen. Doch leider verändert sich diese Figur im Verlauf des Films, und spätestens ab der völlig unnötig und langweilig gefilmten Sexszene, nach der er auch noch ein erbärmliches Jugendtrauma ausplaudert, ist seine Glaubwürdigkeit und Souveränität dahin. Und plötzlich ist es kein Giallo mehr, sondern ein persönliches Psycho-Drama des Helden, das will keiner mehr sehen!
Auch alle anderen Aspekte des Giallo, wie die Kamera-Wirbel und bewusste Irreführung des Protagonisten, weichen einem verheulten Thriller.
Zudem war ich auch etwas angefressen, dass der Schluss im Vergleich zur ersten Hälfte auch weit weniger bissig und blutrünstig ausfiel, denn auch das war eines der Markenzeichen der Italo-Killer-Thriller.
Fazit: 
Die erste Hälfte MUSS jeder gesehen haben, der jemals eine gewisse Affinität zum Giallo verspürt hat, der Rest ist ein souverän-unterhaltsamer Horrorthriller. 


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