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Ende - Assault on Precinct 13, Das (2005)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 12.11.2005, seitdem 1341 Mal gelesen


Extrem gelungenes Remake von John Carpenters „Assault on Precinct 13“, das die Story ändert, andere Akzente setzt und gerade dadurch mehr als eine reine Kopie ist.
Übernommen wurde hier in erster Linie der Schauplatz, das kurz vor der Schließung stehende 13te Revier, das von Sergeant Jake Roenick (Ethan Hawke) geleitet wird. Jake hat nach einem schief gegangenen Undercovereinsatz, bei dem sein Team getötet wurde, Probleme, schluckt Alk ebenso wie Schmerzmittel und wagt sich nicht mehr an gefährliche Sachen heran. Ein fast schon klassischer Copcharakter, der aber sehr überzeugend eingeführt wird (u.a. gibt es den schicksalhaften Fehlschlag zu sehen und anhand einer Tätowierung erkennt man, dass Jake früher bei den Marines war).
Es ist der Silvestertag und die Polizei hat gleich doppelten Grund zum Feiern, denn ihr geht der Gangsterboss Marion Bishop (Laurence Fishburne) ins Netz. Für einige Polizisten ein Sieg der Gerechtigkeit, für andere eine Gelegenheit Bishop zu beseitigen, denn der korrupte Marcus Duvall (Gabriel Byrne) und seine Mannen haben früher Geschäfte mit Bishop gemacht und wollen ihn nun loswerden. Hier zeigt sich bereits die Akzentverschiebung, denn im Gegensatz zum Original rekrutieren sich die Angreifer nun aus Polizeireihen und haben ein anderes Motiv.

Bishop soll ins Gefängnis verlegt werden, doch der Gefangenentransport gerät in einen Schneesturm, weshalb man den Bus zum 13ten Revier lenkt. Jake und seine wenigen verbliebenen Mannen nehmen Bishop und drei weitere Gefangene in ihre Zellen. Bald darauf attackieren die korrupten Cops das Gebäude, fest entschlossen Bishop zu erledigen…
„Assault on Precinct 13“ stellt eher eine Neuinterpretation des Carpenterstoffes dar, denn wo das Original noch ein Studie über urbane Gewalt mit deutlichen Anleihen beim Horrorfilm war, so ist das Remake fast reinrassige Belagerungsaction, die auch viel früher startet als im Original. Bald ist das Gebäude umstellt und der Kampf ums Überleben kann beginnen, schnörkellos wie geradlinig. Dabei stellen die Figuren zwar wie im Original eher Typen als aus sehr ausgearbeitete Charaktere dar, aber im Falle von Jake und Bishop sieht man dann auch ein paar Stellen etwas Charaktertiefe durchblitzen. Zudem stört dieses Manko echt nicht, denn „Assault on Precinct 13“ weiß auch so zu fesseln.

Grund hierfür ist die sehr spannend erzählte Geschichte, die zwar kaum komplexe Wendungen auftischt, aber trotzdem durchweg zu packen weiß. „Assault on Precinct 13“ konzentriert sich nach der Einleitung voll und ganz auf seinen titelgebenden Schauplatz, lässt die Protagonisten um ihr Leben kämpfen und nach Fluchtwegen suchen, während die Bösewichte mit immer neuen Mitteln versuchen das Gebäude zu stürmen. Diverse Szenen bieten Hochspannung, da „Assault on Precinct 13“ es nicht allzu deutlich macht, wen es erwischt und wen nicht, sodass fast jeder Charakter Gefahr läuft ausgelöscht zu werden. Lediglich in einem Punkt enttäuscht der Film ein wenig: *SPOILER* Man merkt leider überdeutlich, dass Jasper der Verräter ist, der mit Duvalls Leuten zusammenarbeitet. *SPOILER ENDE*
Wunderbar hingegen die Atmosphäre in dem winterlichen Szenario, das für echtes Flair sorgt. Schneegestöber zuhauf, die düstere Nacht, die es zu überstehen gilt, und das Fehlen jeglicher Kommunikationsmöglichkeiten nach draußen, das ist der Stoff aus dem spannende Actionthriller gebraut werden. So verstärkt „Assault on Precinct 13“ dann rein inszenatorisch noch mal die Spannung, welche die längenfreie Story aufbaut.

Hauptaugenmerk liegt in diesem Fall auf der Action und die ist wirklich klasse. Roh und hart wird sich mit jeder Art von Waffe zur Wehr gesetzt, darunter auch Messer, Moletov-Cocktails und ein Eiszapfen, der in „Stirb langsam 2“-Marnier in ein Auge gejagt wird. Vor allem jedoch überzeugen die Shoot-Outs mit einem bunt gemischten Waffenarsenal (darunter sogar eine Tommygun), die zum einen top durchchoreographiert sind, zum anderen mit sehr blutigen Einschüssen punkten. Pyrotechnik gibt’s nur wenig, die Actionmenge stellt zufrieden und das Gebotene ist recht spektakulär, da kann man als Genrefan kaum meckern.
Auch schauspielerisch erfreut „Assault on Precinct 13“, der zudem sehr prominent besetzt daherkommt. Schon allein als Bewacher des Transports darf man die bekannten Gesichter von Kim Coates („Last Boy Scout“) und Dorian Harewood („Sudden Death“) begrüßen, die jedoch wenig zu tun haben. Als cooler Gangster liefert Laurence Fishburne hier eine beeindruckende Vorstellung und die beste Leistung des Films ab, doch auch Ethan Hawke trumpft groß auf. Gabriel Byrne als Schurke ist sowieso klasse und auch Maria Bello macht als verängstigte Psychologin eine gute Figur. John Leguizamo als leicht psychopathischer Häftling ist OK und auch Rapper Ja Rule überrascht positiv, wenngleich er kein toller Schauspieler ist.

Für mich persönlich bleibt „Kiss Kiss, Bang Bang“ der Film des Jahres, doch „Assault on Precinct 13“ darf den Titel Actionhighlight 2005 einheimsen. Kaum Längen, packende Atmosphäre und tolle Shoot-Outs machen den Film zu einem Vergnügen, das jedem Fan von Old School Action ans Herz gelegt sei.


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