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Into the Blue (2005)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 19.03.2006, seitdem 726 Mal gelesen
Oberflächliches, aber ziemlich kurzweiliges Popcornkino, das sich in erster Linie an Freunde maritimer Szenarien wendet.
Jared (Paul Walker) und seine Freundin Sam (Jessica Alba) leben auf den Bahamas und arbeiten im Wasser: Er als Tauchlehrer, sie als Pflegerin in einem Aquarium. Geld haben die beiden nicht viel, aber es reicht zum leben und glücklich sind sie obendrein. Knete wäre eine Verlockung, aber über die ganze Lauflänge hinweg predigt „Into the Blue“, dass Liebe wichtiger ist als er schnöde Mammon und das ist furchtbar kitschig, wird aber zum Glück nicht zu aufdringlich gemacht.
Jareds alter Kumpel Bryce (Scott Caan) kommt nebst erst seit wenigen Stunden bekannter Freundin, Amanda (Ashley Scott), zu Besuch und hat auch über Beziehungen eine Luxusvilla inklusive Yacht an Bord gezogen. Bryce ist inzwischen Anwalt, doch hat seinen Surfercharme behalten und so geht’s bald aufs Meer. Da ist dann erstmal eine Runde Jetski angesagt, bringt die Handlung zwar nicht voran, bietet aber schicke Stunts mit besagten Gefährten, denn die Dinger einfach nur normal fahren wäre ja langweilig.
Beim Tauchen stößt das Quartett dann bald auf die Spuren eines Wracks, das Schätze enthalten könnte, und auf ein abgestürztes Flugzeug. Letzteres birgt eine Ladung Kokain, doch die vier melden den Fund nicht, um in Ruhe nach dem Schatz zu suchen. Doch wie lange wird es dauern bis die Dealer nach ihrer Ware suchen?
Ein Film mit sonderlich viel Substanz ist „Into the Blue“ vielleicht nicht, aber Regisseur John Stockwell weiß, womit er die Zuschauer ködern kann: Mit der Faszination des kühlen blauen Meeres. So finden sich Tauchszenen in exzessiver Menge und sie sehen alle wahrlich schick aus. Malerische Korallenriffe, Fische jedweder Art und stets das magische Blau des Meeres sorgt für reichlich Stimmung beim Zuschauer.
Da verzeiht man „Into the Blue“ dann auch gerne, dass die Story bisweilen etwas schwachbrüstig ist und eher für einen 90Minüter gut gewesen wäre. So tritt „Into the Blue“ nach der Einleitung etwas auf der Stelle, einige Szenen, wie z.B. das nervige Gehampel in der Disco, hätte man sich schlicht und einfach sparen können. Doch sobald sich die Lage dann zuspitzt, nimmt „Into the Blue“ so richtig Tempo auf und präsentiert im Bezug auf die Hintermänner des Drogendeals ein paar kleine Überraschungen. Längen wie im Mittelteil finden sich auch nicht mehr, stattdessen drückt Stockwell ab Filmminute 60 schön aufs Gas. Zum Glück wird auch nach dem Showdown nicht mehr viel rumgehampelt, die Fieslinge haben ihre Strafe erhalten und die Moral gab’s ja schon vorher.
Über die gesamte Filmlänge hinweg versorgt „Into the Blue“ den Zuschauer dafür mit Schauwerten in Form von Tauch- und Actionszenen. Letztere spielen sich bis auf eine kleine Verfolgungsjagd an Land auch stets im Wasser ab und sind wirklich gut inszeniert: Ordentliche Stunts, Haiangriffe und gut choreographierte Kämpfe mit bloßen Händen, Harpunen und Schusswaffen gehören zum Repertoire. Der Härtegrad ist für PG-13 Verhältnisse überraschend hoch, vor allem im Bereich Haibisse. Die Qualität echter Actionhighlights erreicht „Into the Blue“ zwar nicht, dafür sind die Actionszenen alle etwas kurz, doch schon allein die nicht so häufig genutzte Meereskulisse gibt dem Film Exotenbonus.
Großartige Tiefe darf man dabei natürlich nicht erwarten, was aber auch nur selten störend wirkt – dann aber leider richtig. Bei Bryce ist man nie so wirklich sicher, ob er jetzt ein lockerer Sprücheklopfer oder ein gefühlskaltes Arschloch ist und in den emotionalen Szenen zwischen Sam und Jared will es einfach kein bisschen knistern. Immerhin hält das Script solche Szenen einigermaßen kurz und legt immer den nächsten Tauchgang ein, ehe es störend wird.
Nach schauspielerischen Fähigkeiten wurde hier auch nur in zweiter Linie gecastet, wichtiger waren die richtige Figur für Bikini und Badehose. Passt den Darstellern auch wunderbar, Oscarreifes ist definitiv nicht zu sehen, doch das Hauptdarstellerquartett spielt doch mehr als bloß akzeptabel. Auch die Nebendarsteller liefern solide Arbeit ab ohne sich mit Ruhm zu bekleckern und mehr braucht ein derartiger Popcornfilm nicht.
Was bleibt, ist gute seichte Unterhaltung: Einfallsreich ist die Story nicht, aber immerhin temporeich und vor allem schön bebildert. Die Action ist nicht herausragend, aber gut gemacht und so heimst „Into the Blue“ aufgrund meines Faibles für Unterwasserszenen knappe 7 Punkte ein. Keine feucht-fröhliche Actiongaudi der Deluxeklasse wie „Deep Blue Sea“, aber kurzweiliges Entertainment ohne viel Tiefgang.
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