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Hotel Ruanda (2004)

Eine Kritik von Dying Dragon (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 12.12.2005, seitdem 382 Mal gelesen


Leider kann ich mich nicht ganz der allgemeinen Begeisterung meiner Klassenkameraden anschließen und behaupten, dass "Hotel Ruanda" ein grandioser Film ist. Wieso?

Greifen wir mal kurz auf die Handlung zurück: Es geht um den Konflikt zwischen den Hutu und den Tutsi in, wie es der Name des Titels schon sagt, Ruanda. Die Tutsi stellen die Minderheit des Landes dar, welche von den Hutu unterdrückt werden. Soviel zum allgemeinen Teil. Hauptsächlich dreht sich aber alles um den Hotelbesitzer Paul, der mit einer Tutsi (Achtung, Verwechslungsgefahr: Nicht TUSSI) verheiratet ist, und auch noch andere Gäste dieser Minderheit in seinem Hotel beherbergt. Er muss also handeln, bevor alle von den Hutusoldaten getötet werden...

So. Warum kann mich der Film nicht so ganz überzeugen? Bin ich mittlerweile einfach so sehr abgestumpft, dass mich das Leid der Tutsi ziemlich kalt lässt? Der Film beruht doch auf einer wahren Begebenheit, da muss ich doch einfach mitfühlen. Das Problem ist ganz einfach zu erklären: Es liegt an der Inszenierung des Ganzen. Die Hutus sind böse, die Tutsis sind die Guten. Somit haben wir eine klare Abgrenzung. Um Objektivität wird sich hier meiner Meinung nach zu wenig bemüht, genauso wie in den guten alten Hollywoodschinken, in denen die Deutschen im 2. Weltkrieg als kalte Monster dargestellt werden, was zum großen Teil natürlich stimmen mag, das bezweifle ich ja auch nicht, aber meistens läuft es doch so: Amis gut, Deutsche böse. (gähn) Was ist mit Hiroshima und Vietnam, meine Herren? Egal, ich sehe schon, da schweife ich jetzt zu sehr ab, also weiter im Text. Der Film versucht weiterhin zu oft, auf die Tränendrüse zu drücken. Alles wirkt manchmal zu sehr aufgesetzt und die Musikuntermalung war so belanglos, dass ich sie nicht einmal wahrgenommen habe.

Zum Glück gibt es auch positives zu berichten: Die Schauspieler, allen voran Don Cheadle, machen ihre Sache sehr gut und langweilig wird der Streifen, bis auf ein paar Längen gegen Ende, eigentlich nie. Das größte Manko ist und bleibt halt die fehlende Emotionalität, welche Filme wie "Sophie Scholl", "Die Brücke" oder "Platoon" ausgemacht haben, um nur ein paar zu nennen. Diese Streifen haben mich um ein Vielfaches mehr gepackt als "Hotel Ruanda". Trotz allem: 7 Punkte, wenn auch knapp.


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