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Sophie Scholl - Die letzten Tage (2005)
Eine Kritik von Dying Dragon (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 05.04.2005, seitdem 403 Mal gelesen
Treffender hätte es eine Kinobesucherin nach Ende des Films nicht ausdrücken können: "Traurig, aber wahr"! Und das ist hier absolut im positiven Sinne zu verstehen! "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist ein absolut ergreifender und emotionaler Film, den man einfach gesehen haben muss!
Mit gemischten Gefühlen bin ich ins Kino gegangen: Einerseits habe ich mir schon gedacht, dass der Film gut werden wird, andererseits bin ich der Meinung, dass es langsam zu viel des Guten mit Streifen über die dunkle deutsche Vergangenheit wird. "Sophie Scholl" ist trotz allem ein Muss und hat mich viel mehr berührt als "Der Untergang", der ja auch nicht gerade schlecht ist, aber viel kälter ist.
Zu dem Gelingen des Films tragen die hervorragend besetzten Schauspieler bei, allen voran Julia Jentsch, die Sophie Scholl grandios verkörpert. Meine Hochachtung vor dieser Leistung! Ebenfalls überzeugend spielt Gerald Alexander Held, welcher den Verhörer Mohr verkörpert. Ein kleiner Minuspunkt ist die Darstellung von Richter Roland Freisler. Andre Hennicke spielt ihn meiner Meinung nach etwas zu theatralisch-überzogen. Auch der oft unpassende Soundtrack, welcher eher an einen Thriller als ein Drama erinnert, stieß mir ab und zu sauer auf. Was soll`s, in den ergreifendsten Szenen kommt dann trotzdem die passende Klavieruntermalung zum Einsatz. Also Schwamm drüber!
Abschließend möchte ich noch loswerden, dass bei "Sophie Scholl" die besten Dialoge geboten werden, die ich je in einem deutschen, ich sag jetzt mal, "Antikriegsstreifen" gehört habe. Das liegt sicher auch daran, weil viele Originalaufnahmen, z. B. beim Verhör, ihren ungefähren Wortlaut behalten haben. Sophie Scholl bringt durch ihre Aussagen das ganze Greuel und die Sinnlosigkeit dieser Willkürherrschaft treffend auf den Punkt!
Besser geht`s wohl kaum, deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als die Höchstnote zu geben, welche ich selten zücke. Dieser Film hat es aber absolut verdient, da es nur wenige Streifen gibt, bei denen ich mir im Kino die Tränen verkneifen musste. Dass das Ganze auch noch wirklich passiert ist, bedrückt dann umso mehr.
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