Review

Hier haben wir es mit einem Eastern zu tun, der gute Kampfszenen, eine halbwegs interessante (aber nicht neue) Handlung und sehr viel unfreiwillige Komik gekonnt miteinander verknüpft.
Wenn gleich zu Beginn von einem Sprecher aus dem Off die Hintergründe und Motivationen der Verbrecherbande erzählt werden, so hat man schnell das Gefühl, dass man es mit einer Parodie auf Kungfu-Filme zu tun hat. Da wird erstmal lang und breit erklärt, wer wie viele Menschen getötet hat und sich mit dieser Leistung eine besondere Kopfbedeckung verdient hat. Die Kopfbedeckungen sind farblich sortiert, mit steigender Anzahl an getöteten Gegnern, bekommt man eine neue Farbe. Es gibt aber ja noch die Tempelwächter, die ja noch viel mehr Menschen getötet haben und die drei klein gerateten Killer für Spezialaufträge. Als wär das nicht genug ist da noch ein Mensch von übernatürlicher Größe, dessen Kraft ebenso übernatürlich ist. Der Anführer Pu Ho Nien (Pai Ying), oder wie auch immer er heißt, ist aber natürlich noch viel stärker als alle anderen. Ja, er genießt sogar weltweit den Ruf unbesiegbar zu sein.
Wer Interesse hat kann während dieser Einleitung ja mal ausrechnen, wie viele Menschen diesen bösen Piraten insgesamt zum Opfer gefallen sind.
Jedenfalls will die Regierung seinem Treiben ein Ende setzen und schickt zu diesem Zweck einen Beamten zu ihm. Der Beamte wird gekillt und nun möchte dessen Tochter Rache nehmen. Ihr Verbündeter ist ein Geheimagent, der in die Bande der 72 Todesrebellen der Shaolin, wie die Verbrecherorganisation genannt wird, eingeschleust ward. Dann ist da aber noch ein geldgieriger Typ, genannt Geisterkrieger, der den 72 bösen Wölfen, so werden die 72 Todesrebellen der Shaolin nämlich genannt (und jetzt fragt bitte nicht wieso die so viele Spitznamen haben, ich habs auch nicht verstanden), den Krieg erklärt hat.
Ab hier passiert noch ziemlich viel, vieles davon ist sehr abstrus, wird von mir aber nicht weiter beschrieben, weil ich dann doch zu schreibfaul bin und keinen Roman verfassen möchte. Man kann sich auf jeden Fall auf gute Kämpfe, haarsträubende Ideen, unerwartete Wendungen und viel, sehr viel gute Unterhaltung freuen. Leider aber auch auf einige Längen in Form von Rückblenden oder uninteressanten Dialogen.

Genial ist auf jeden Fall Chen Sings kurzer Auftritt als einer der Todesrebellen. So muskelbepackt wie hier hab ich ihn selten gesehen und dann hat der ne Milchbubisynchronstimme abbekommen, die seinen Charakter absolut ins Lächerliche zieht.
Noch kurz zu den übrigen Darstellern: Pai Ying, der einigen aus den King Hu Klassikern "Die Herberge zum Drachentor" und "Ein Hauch von Zen" bekannt sein dürfte, spielt wie eigentlich immer sehr souverän. Die beiden Hauptdarsteller haben nicht viel zu tun, weshalb sie nicht unbedingt auffallen. Der von mir immer wieder gern gesehene Lung Fei, darf einen blinden Meister spielen und tut dies sehr charismatisch.

Unterm Strich kann ich "Die 72 Todesrebellen der Shaolin" auf jeden Fall weiterempfehlen. Und der Herr der 72 bösen Wölfe ist übrigens wirklich unbesiegbar :-)
09/10

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