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Hostage - Entführt (2005)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.03.2005, seitdem 397 Mal gelesen


Mehr aus Zufall überraschen drei Teenager einen verwitweten reichen Mann und seine zwei Kinder in einer abgelegenen Villa. Objekt der Begierde war eigentlich nur das luxuriöse Auto. Als es jedoch unplanmäßig einen toten Polizisten gibt, eskaliert die Situation und Spezialeinheiten umstellen das Gebäude. Doch was die Lage zusätzlich erschwert: Eine geheimnisvolle dritte Partei ist an den Geiseln bzw deren Wissen interessiert...

"Hostage" gestaltet sich als technisch sauber umgesetzter, bisweilen ziemlich düsterer Geiselthriller, der mit schick und durchaus hart inszenierten, im Finale gebündelten Actionszenen sowie einem Bruce Willis ist guter Form aufwarten kann. Die Handlung selbst bietet zwar keine größeren Überraschungen und auch ein Cliffhanger zum Ende fehlt, spannend bleibt der Film trotzdem. Das liegt vor allem daran, daß im luxuriösen Hightech-Eigenheim immer etwas los ist; mal wird gejagt, mal geschlichen und mal gemordet. Das einzige, was mich an der Sache ein wenig störte, war das ständige Telefonieren. Ok, es mag in einer solchen Situation von größter Wichtigkeit sein aber so penetrant häufig wie in "Hostage" muss es nun auch nicht sein - zumal inhaltlich nicht allzuviel bei den Gesprächen rumkommt.
Bei einem weiteren Punkt will ich mich nicht endgültig festlegen, ob er negativ oder positiv zu bewerten ist: Es geht um die ominöse dritte Partei im perfiden Spiel, bei der es sich offensichtlich um die Mafia handelt. Man erfährt praktisch nichts über sie und dank Sturmhauben bleiben auch ihre Häscher anonym. Dies ist in der Hinsicht interessant, als daß auf diese Weise eine gewisse Faszination des Unbekannten bestehen bleibt, andererseits könnte man es auch als Versäumnis deklarieren, weil schlicht der Tiefe gebende Hintergrund fehlt.

Eine gute Figur machen hingegen auch die übrigen Darsteller, insbesondere die recht charismatischen Gangster und die beiden Kinder wissen zu überzeugen. "Hostage" hätte aufgrund seiner doch relativ wenigen Actionszenen und im Grunde fehlender Innovationen auch als Direct-to-Video-Premiere durchgehen können - der hochklassigen Inszenierung (Regisseur Florent Emilio Siri konnte bereits mit dem tödlichen Wespennest 2002 eine Duftnote setzten) und reisserischen Story wegen kann ich aber letztlich von einem solide investierten Kinoeintritt sprechen.


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