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Hostage - Entführt (2005)

Eine Kritik von Der Pate (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 05.10.2005, seitdem 391 Mal gelesen


Wie weit würdest gehen, um deine Familie zu retten?

Verhandlungsführer Jeff Talley (Bruce Willis) will einen Geiselnehmer davon abhalten, sein Opfer in den Tod zu reißen. Als seine Kollegen den finalen Rettungsschuss platzieren wollen, hält Talley sie zurück. „Heute stirbt hier niemand“, meint er. Minuten später ist die Familie ausgelöscht, ein kleiner Junge stirbt in Talleys Armen. Ein Trauma von dem er sich nie mehr erholen wird.
Dies ist der fulminante Beginn von Florent Emilio Siris Action-Reißers "Hostage-Entführt", der dem Zuschauer im Verlauf des gesamten Filmes absolute Hochspannung non Stopp und harte Action bis zum tollen Schluss bietet.

Im betulichen Ventura County startet Talley ein neues Leben. Als Provinz-Cop glaubt sich der Vater einer Tochter vor größeren unliebsamen Überraschungen sicher. Aber auch hier braut sich ein Verhängnis zusammen. Drei halbstarke Gewohnheitsverbrecher sind auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Die exquisite Familienkutsche, mit der Buchhalter Walter Smith (Kevin Pollack) seine beiden Kinder durch die Gegend fährt, fällt ihnen sofort ins Auge. Die Schurken heften sich an die Fersen der Familie und gelangen zu Walters mondäner Bergvilla. Der geplante Raubzug entwickelt sich zur außerplanmäßigen Geiselnahme. Polizist Talley will damit nichts zu tun haben, aber dann wird seine eigene Familie in das Verbrechen verstrickt.

"Hostage-Entführt" ist ein hammerharter Action-Thriller mit viel Niveau, wie man ihn schon länger nicht mehr genießen durfte. Das mehr als überzeugende Werk des französischen und eher unbekannten Regisseurs Florent Emilio Siri ("Das tödliche Wespennetz") gibt Bruce Willis die Chance, mal wieder so richtig auf den Putz zu hauen und zwischendurch coole Sprüche abzulassen. So lässt auch ein wenig "Stirb langsam" grüßen, auch wenn der Humorfaktor in "Hostage" deutlich geringer ausfällt.
Die ungemein fesselnde Atmosphäre, die ausschließlich bei Nacht gehalten wurde und der relativ hohe Härtegrad des Filmes zeigen, das "Hostage-Entführt" weitaus mehr ist als nur ein standardmäßiger Entführungs-Thriller. Und dass Bruce Willis alias Jeff Talley am Ende keine Gefangenen macht und nicht ein Stein auf dem anderen bleibt, könnte zwar zarte Gemüter etwas verstören, doch seine Motivation bleibt aber nachvollziehbar. Ist die äußerste Schale des Filmes auch äußerst rau, so blitzen doch immer wieder die außergewöhnlichen Starqualitäten von Bruce Willis ("Stirb langsam", "Last Boy Scout", "Sin City") auf, der hier so agiert wie man ihn kennt und liebt, und das unverkennbare Talent eines Filmemachers, der hier eine absolut hervorragende Leistung vollbracht hat.

Fazit: "Hostage-Entführt" ist ein unberechenbarer, hammerharter, spannender und kompromissloser Action-Thriller der sich gewaschen hat und Dank der tollen Regie von Florent Emilio Siri und dem wie immer grandios aufspielenden Bruce Willis sich vom eher drögen Durchschnitts des Genres absetzt.


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