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Hostage - Entführt (2005)

Eine Kritik von LivingDead (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 13.05.2007, seitdem 248 Mal gelesen


Bruce Willis wird wohl bis an sein Lebensende jenes Image tragen, welches ihn seine Rolle als John McClane in dem Klassiker „Stirb Langsam" einbrachte; Waren doch Actionfilme meist auch seine Erfolgreichsten. Nach vielen Ausflügen in Charakterrollen wurde mit „Hostage" wieder einmal die Werbetrommel gerührt, indem groß angekündigt wurde, dass Bruce wieder als alter Action-Haudegen auftreten darf. Doch so ganz wurde der Film den hohen Erwartungen des Publikums nicht gerecht. Woran hat´s gelegen?

Als Regisseur wurde der Franzose Florent Emilio Siri an Bord geholt, der im Vorfeld vor allem durch seinen Actionknaller „Das tödliche Wespennest" von sich Reden machte. Auch „Hostage" verpasste er durch sein visuelles Gespür einen ganz eigenen Stil. So trabt Willis zu 90% des Filmes nachts durch die nebeligen Waldgegenden, wodurch man oftmals nur die Umrisse der Charaktere erkennen kann. Dies hat nicht nur den Anschein eines Film-Noir, es darf sogar als Reminiszenz verstanden werden. Im Großen und Ganzen lässt sich die Atmosphäre, die Siri aufbaut, am Besten mit der von „Panic Room" oder Carpenters „Assault - Anschlag bei Nacht" vergleichen, wenn auch jeweils nicht ganz die Qualität beider Filme erreicht wird.

Ähnlich wie bei „Assault" bleiben auch hier die Gegner anfangs gesichtslos und scheinen in jeder Situation überlegen und berechnend. Im Gegensatz dazu agieren die Jugendlichen im Haus so chaotisch, dass es schon fast weh tut. Im Überfluss dazu entpuppt sich einer der Jugendlichen auch noch als psychisch gestört und mutiert allmählich zu einem unberechenbaren Monster. Dies führt zu einem schon fast diabolisch anmutenden Showdown, welcher einigen Zuschauern schließlich sicher sauer aufstieß. Doch schiebt man einmal die Logik beiseite, entblößt sich jene mephistophelische Stimmung, welche Siri in einer grandiosen Bilderflut unterbrachte.

Blieb der Film anfangs noch recht bodenständig, so verwandelt er sich gegen Ende immer mehr in eine Optikbombe, welche sich keine Sekunde um Realismus oder Logik schert. Was schon der geniale Vorspann anmutete wird nun auch storytechnisch umgesetzt.

Unterm Strich bleibt jedoch ein spannender Thriller, der weniger durch eine überraschende Story punktet, denn durch sein Gespür für Ästhetik und Suspense. Sofern man sich darauf einlässt, erwartet einen ein durchweg unterhaltsamer Streifen mit einem „heißen" Showdown, sowie einem Bruce Willis in Höchstform.
7/10


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