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Hostage - Entführt (2005)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 23.12.2007, seitdem 267 Mal gelesen


Regisseur Florent Emilio Siri machte mit dem gnadenlosen Actionthriller "Das tödliche Wespennest" auf sich aufmerksam. Da "Hostage" auch in diese Richtung geht und mal nicht übliche Genreware darstellt, war Siri für Miramax die erste Wahl. Doug Richardson (Stirb Langsam 2, Bad Boys) schrieb das Drehbuch. Normalerweise pfuscht ja Miramax dem Regisseur gerne ins Werk, oder fordert Veränderungen am Drehbuch. Da fällt mir das krasse Beispiel "Verflucht" ein. Der Werwolfhorror, Regie Wes Craven. Hier ließ man Siri und die Crew machen und herausgekommen ist ein sehr spannender und auch emotionaler Actionthriller. Trotz Publikumsmagnet Bruce Willis machte man an den Kinokassen kaum Gewinn.

Vor einem Jahr kündigte Jeff Talley (Bruce Willis) seinen Dienst beim LAPD. Dort war er auf Geiselnahmen spezialisiert und bei seinem letzten Einsatz musste er mit ansehen, wie ein kleiner Junge in seinen Armen starb. Nun muss Talley aber nochmal ran, denn die drei Jugendlichen Dennis (Jonathan Tucker), Kevin (Marshall Allman) und Mars (Ben Foster) haben das Haus des reichen Walter Smith (Kevin Pollack) besetzt. In ihrer Gewalt sind auch Walter´s Kinder Jennifer (Michelle Horn) und Tommy (Jimmy Bennett). In dem Haus befindet sich eine CD mit geheimen Daten, welche Walter einer unbekannten Organisation übergeben wollte. Diese hat nun Talley´s Frau und Tochter entführt. Talley muss diese CD beschaffen, aber die Lage in dem großen Haus spitzt sich immer mehr zu und Mars läuft Amok.

"Hostage" ist ein Actionthriller, bei dem man mal nicht im Vorhinein weiss, ob er gut, oder doch schlecht ausgeht. Siri packt den ganzen Film in eine sehr dunkle und teils auch triste Optik. Viele Szenen spielen bei Nacht, meist ist es neblig, regnet. Erst gegen Ende gibt es ein paar sonnige Bilder, doch selbst die große Villa gestaltet Siri eher als Gefängnis, statt als luxuriöse Behausung. Das Haus besitzt eine Verrieglung mit Gittern vor den Fenstern, die Familie Smith ist gefangen. Zudem gibt es viele Schlupfwinkel, wie die Lüftungsschächte um die Hetzjagden durch das Haus spannender zu gestalten. Eigentlich sollte es ja nur ein Autoklau werden, doch es artet zu einer Geiselnahme aus. Auch ahnt Niemand dass sich hinter Mars eher ruhiger Fassade ein eiskalter Psychopat verbirgt, welcher das Ganze am Ende sehr kompliziert. Die Brüder Dennis und Kevin sind mit der Situation überfordert, genauso wie Talley, dessen Frau und Tochter gekidnappt wurde. Talley wollte das Kommando schon abgeben, doch nun muss er sogar das Leben der Geiseln riskieren, um seine Familie zu retten. Über die geheime Organisation, welche an die Daten will, erhält man als Zuschauer leider keinerlei Informationen. Doch ansonsten ist die Story doch recht komplex und offenbart einige Überraschungen.

Für Bruce Willis ist diese Rolle wie geschaffen. Er verkörpert den geläuterten Jeff Talley, welcher auch noch Krach mit Frau und Tochter hat. Einen symphatischen Helden, welcher am Ende alles auf eine Karte setzt. Jonathan Tucker und Marshall Allman haben gegen den unheimlichen Ben Foster keine Chance. Foster ist gnadenlos gut, ich habe schon lange nicht mehr solch einen glaubwürdigen und beängstigenden Psychopaten gesehen. Sonst noch bekannt an Bord sind Kevin Pollack, Robert Knepper und Kim Coates darf wieder einen Fiesling mimen. Natürlich dürfen auch ein paar Actioneinlagen nicht fehlen, ganz besonders im Finale, wenn Mars das ganze Haus abfackelt und mit selbstgebastelten Molotovcocktails um sich schmeisst. Auch die Einschüsse fallen immer sehr graphisch aus, kein Fall für ein PG-13 Rating, sondern teils doch verwunderlich, dass keine KJ Freigabe herausgesprungen ist. Menschen rennen als lebende Fackeln durch das Bild, Mars tötet kaltblütig seine Komplizen und im Finale darf Talley mit seinen Widersachern abrechnen.

Spannender und düsterer Actionthriller mit einem genialen Bruce Willis und fast noch besseren Ben Foster. Ich hoffe Siri wird uns noch ein weiteres Mal mit solch einer Inszenierung beglücken, der Mann versteht sein Fach und sagt dem Mainstream adios. Wie schon "Das tödliche Wespennest" ist auch "Hostage" ein absoluter Geheimtipp.


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