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Comeback, Das (2005)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 03.06.2009, seitdem 169 Mal gelesen


Russell Crowe spielt den ehemaligen Schwergewichtsboxer Jim Braddock, der während der Weltwirtschaftskrise mit seiner Familie am Existenzminimum lebt und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten muss. Über seinen ehemaligen Manager und Freund, gespielt von Paul Giamatti, bekommt er nun die Chance, wieder in den Ring zu steigen und er gewinnt den Kampf gegen einen Weltmeisterschaftsanwärter überraschend. Nach einigen weiteren Siegen, bekommt er die Chance, gegen Max Baer um den Titel zu kämpfen, was relativ riskant ist, da Baer bereits Gegner im Ring getötet hat.

Ron Howard hat mit "Apollo 13" und "A beautiful Mind" unter Beweis stellen können, wie spannend und dramatisch er wahre Begebenheiten aufbauen kann, was ihm auch zuletzt bei "Frost/Nixon" vortrefflich gelungen ist und auch bei "Das Comeback" kommen die großen Stärken des Oscar-Preisträgers definitiv zum Tragen.

So überzeugt "Das Comeback" vor allem durch seinen dramaturgisch sehr schlüssigen, mitreißenden Aufbau. Die Hauptfigur wird dabei sehr sympathisch konstruiert, ihre Lebensverhältnisse werden angesichts der Weltwirtschaftskrise, die als historischer Rahmen zumindest in der ersten Filmhälfte teilweise tangiert wird, relativ authentisch geschildert, auch wenn das Zeitportrait nicht allzu viel hergibt. Das beinahe schon legendäre Comeback von Jim Braddock wird dabei ebenfalls stimmig aufgearbeitet und präsentiert, auch wenn Howard zugunsten seines dramaturgischen Aufbaus mitunter relativ schablonenhaft konstruierte Nebencharaktere einbaut, wobei er vor allem Max Baer in keinem Fall gerecht wird, und darüber hinaus den Spannungsbogen deutlich strafft und dabei ebenfalls ein wenig Authentizität einbüßt. Aber all dies sind Fehler, die man aus dem Genre Sportfilm zur Genüge kennt, genauso, wie von Howard, aber all dies ist eher marginal, angesichts der Vorzüge des Films.

So ist das Erzähltempo hervorragend gewählt, zu keinem Zeitpunkt wirkt der Film überhastet, eher ruhiger und getragen, aber Spannung und Dramatik steigern sich trotz der Kalkulierbarkeit der Comeback-Story definitiv immer weiter, was nicht zuletzt auf die hervorragenden Darsteller zurückzuführen ist. Zudem sieht man dem Film sein stattliches Budget bei den dynamischen Aufnahmen der Boxkämpfe, die sehr atmosphärisch und dynamisch inszeniert sind und sich kaum hinter Kampfaufnahmen aus "Rocky" oder "Million Dollar Baby" verstecken müssen, deutlich an und auch ansonsten ist "Das Comeback" handwerklich, wie von Howard gewohnt, ziemlich gut gelungen und auch der dramatische, pompöse, großartige Score von Thomas Newman, der den Film hervorragend unterlegt, da er die Spannung immer weiter antreibt, ist über jeden Zweifel erhaben. Damit ist "Das Comeback" hervorragendes Unterhaltungskino und ein weiteres Beispiel für die Fertigkeiten von Ron Howard.

Dass der Film derart gut gelingt, liegt aber bei Weitem nicht allein an Howard, auch Russell Crowe, der für "Das Comeback" definitiv eine Oscar-Nominierung verdient gehabt hätte, hat mit seiner grandiosen Darstellung von Jim Braddock erheblichen Anteil daran. Crowe, der sich hier in der Hauptrolle gewohnt charismatisch und präsent zeigt, spielt sämtliche Gefühlsregungen glaubhaft und präzise, verzichtet auf übertriebene Sentimentalitäten, spielt aber sympathisch genug, um den Zuschauer an das Schicksal seiner Figur zu fesseln und zeigt damit nach "Gladiator", "Insider" und "A beautiful Mind", dass er definitiv zu den besten Charakterdarstellern der Welt gehört, zumal er auch in den Box-Szenen eine erfreulich gute Figur macht. An der Seite von Crowe überzeugt vor allem Paul Giamatti mit einer gewohnt starken Leistung als sein Trainer, Manager und Freund, wobei auch Rene Zellweger durchaus mit einer starken Leistung zu überzeugen weiß.

Fazit:
Darstellerisch absolut überragend, inszenatorisch sehr versiert, dramaturgisch schlüssig und mitreißend aufgebaut, ist "Das Comeback" ein enorm spannendes, sehenswertes Boxer-Drama, das den Sprung zum Meisterwerk mit seiner etwas kalkulierbaren, stellenweise arg glatt verlaufenden Handlung nur sehr knapp verpasst.

79%


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