Am guten Ausgang der Geschichte bestehen wenige Zweifel, ein Achtungssieg Marke „Rocky“ wäre Howards Film zuwenig, doch der Weg dahin ist jedoch recht stimmig umgesetzt. Immerhin ist die Geschichte ja wahr und Howard scheut nicht davor zurück auch mal unschöne Facetten der Depressionszeit zu zeigen: Warten in der Essensschlange, Schuften mit kaputter Hand, was man aber nicht meldet, um den Arbeitsplatz zu behalten – für den morgens riesige Massen auflaufen, damit vielleicht zehn das Glück haben für den Tag genommen zu werden. Für ein waschechtes Sozialdrama mag „Das Comeback“ dann schlussendlich zu nett sein, doch glaubwürdig wirken derartige Einblicke trotzdem.
Natürlich kommt ein waschechter Boxfilm nicht ohne Boxkämpfe aus und da bietet „Das Comeback“ ebenfalls Erfreuliches. Es wird realistisch gekämpft und trainiert, kein übertriebenes Punching Marke „Rocky IV“, sondern Boxen, wie es zu dieser Zeit ungefähr war, wenngleich schon etwas auf filmreif und spektakulär getrimmt, aber nicht zu sehr. Und bei den Kampfszenen zeigt sich dann auch wieder, dass Ron Howard nicht mehr als ein guter Handwerker ist, aber darauf versteht er sich: Man geht als Zuschauer wirklich mit, da hat Howard sein Publikum gut in der Hand.
Wer sich mit klassischem Hollywoodkino, das Werte hochhält und etwas märchenhaft daherkommt, anfreunden kann, der wird auf jeden Fall seinen Spaß an „Das Comeback“ haben. Sicher ist Howards Film schon etwas sehr nett und gefällig, doch er ist stimmig inszeniert, wunderbar gespielt und wartet mit tollen Boxszenen auf. 7,5 Punkte von mir.