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Comeback, Das (2005)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.11.2009, seitdem 132 Mal gelesen


Rund 4 Jahre nach dem Oscar-prämierten „A beautiful Mind“ taten sich Ron Howard und Russell Crowe erneut zusammen, für den Boxerfilm „Das Comeback“.
Jim Braddock (Russell Crowe) verdient sich in den goldenen Zwanzigern einen gewissen Ruhm als Boxer, feiert mit Manager Joe Gould (Paul Giamatti), ist aber trotz Fan-Avancen seiner Frau Mae (Reneé Zellweger) treu. Kurze Einführung der handelnden Figuren also, des Sujets Boxerfilm und der guten Zeiten, denen man im Folgefilm erst mal hinterher trauern darf, denn danach kommt der krasseste Zeitsprung der Geschichte ums Boxen.
Denn nun erleben wir Jim zur Zeit der großen Depression als die meisten Leute darben und auch Jim als Lagerarbeiter schaffen geht. Doch um seine Kinder nicht fortschicken zu müssen, arbeitet er neben der Arbeit an einer Wiederaufnahme des Boxens...

Um es direkt zu sagen: Francis Capra hätte seine helle Freude an „Das Comeback“ gehabt, wobei der Originaltitel „Cinderella Man“ noch eher andeutet, dass es sich hierbei um ein klassisches Kinomärchen handelt, in dem Werte und Idealismus über Niedertracht und Eitelkeit triumphieren. Insofern pocht Jim immer darauf das Richtige zu tun, tut für seine Kinder wirklich alles und ist so herzensgut, dass man stellenweise fast schon geneigt ist zu schreien.
Dass man davon dann doch absieht, ist vor allem Russell Crowes Verdienst, denn die schauspielerische Allzweckwaffe ist auch hier wieder in Topform und mimt den Boxer dermaßen charmant, dass einen selbst das penetrante Gutmenschentum kaum ärgert. Paul Giamatti supportet ebenfalls klasse mit süffisanter Art, Reneé Zellweger wird als Heimchen etwas verschenkt, dafür überzeugen Nebendarsteller wie Craig Bierko und Bruce McGill in prägnanten Rollen.

Am guten Ausgang der Geschichte bestehen wenige Zweifel, ein Achtungssieg Marke „Rocky“ wäre Howards Film zuwenig, doch der Weg dahin ist jedoch recht stimmig umgesetzt. Immerhin ist die Geschichte ja wahr und Howard scheut nicht davor zurück auch mal unschöne Facetten der Depressionszeit zu zeigen: Warten in der Essensschlange, Schuften mit kaputter Hand, was man aber nicht meldet, um den Arbeitsplatz zu behalten – für den morgens riesige Massen auflaufen, damit vielleicht zehn das Glück haben für den Tag genommen zu werden. Für ein waschechtes Sozialdrama mag „Das Comeback“ dann schlussendlich zu nett sein, doch glaubwürdig wirken derartige Einblicke trotzdem.
Natürlich kommt ein waschechter Boxfilm nicht ohne Boxkämpfe aus und da bietet „Das Comeback“ ebenfalls Erfreuliches. Es wird realistisch gekämpft und trainiert, kein übertriebenes Punching Marke „Rocky IV“, sondern Boxen, wie es zu dieser Zeit ungefähr war, wenngleich schon etwas auf filmreif und spektakulär getrimmt, aber nicht zu sehr. Und bei den Kampfszenen zeigt sich dann auch wieder, dass Ron Howard nicht mehr als ein guter Handwerker ist, aber darauf versteht er sich: Man geht als Zuschauer wirklich mit, da hat Howard sein Publikum gut in der Hand.

Wer sich mit klassischem Hollywoodkino, das Werte hochhält und etwas märchenhaft daherkommt, anfreunden kann, der wird auf jeden Fall seinen Spaß an „Das Comeback“ haben. Sicher ist Howards Film schon etwas sehr nett und gefällig, doch er ist stimmig inszeniert, wunderbar gespielt und wartet mit tollen Boxszenen auf. 7,5 Punkte von mir.


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