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Lakshya - Mut zur Entscheidung (2004)

Eine Kritik von Dr. Phibes (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 10.09.2006, seitdem 464 Mal gelesen


Man hätte es ja ahnen können. Nachdem es einige Blockbuster im Kriegsgenre gab (u.A. die USA, Südkorea) konnte natürlich auch Indien nicht wiederstehen und ihren eigenen großen Kriegsfilm drehen. Dabei ist „Lakshya“ nicht minder „nervig“ wie das große Vorbild USA.


Karan hat eigentlich alles im Leben. Seine Eltern sind reich, er hat eine hübsche Freundin. In den Augen seines Vaters ist er aber ein Taugenichts, der nichts wirklich zu Ende bringen kann. Umso unverständlicher für seine Eltern dann seine Entscheidung, zum indischen Militär zu gehen. Nacheinigen Tagen ist Karan aber schon fix und fertig, so dass er reumütig nach Hause zurückkehrt. Dies gefällt seiner Freundin Romi gar nicht, die Karan wieder vorwirft, nie etwas zu ende bringen zu können und trennt sich von Karan. Damit ist sein Ehrgeiz geweckt. Er schafft die ausbildung zum Offizier, doch Romi bekommt er nicht zurück. Als es an der Grenze zu Pakistan zu einigen Zwischenfällen kommt, wird Karans Einheit dorthin geschickt. Es droht ein Kampf auf Leben und Tod mit Pakistan, die die wichtigste Straße für Indien kontrollieren. Romi ist mittlerweile Reporterin und berichtet als Kriegsberichterstatterin vor Ort von den Vorgängen. Dort trifft sie wieder auf Karan, der aber immer noch verletzt ist...


Nach mehr oder weniger erfolgreichen Kriegsfilmen aus den USA und dem hervorragenden „Taegukgi“ aus Südkorea, war nun Indien an der Reihe. Und wer Indien kennt, weiß, was das letztendlich bedeutet. Herz, Schmerz und zum Glück natürlich Jubel, Trubel und Heiterkeit, dies sind die typischen Markenzeichen aus Bollywood.
Dabei beginnt alles wie gehabt. Der junge Karan hat eigentlich alles, bis sein Leben aus den Fugen gerät. Er scheint nichts zu Stande zu bringen, verliert deswegen seine Freundin und beißt sich dann doch in der harten indischen Armee durch. Alles wäre gut, wäre da nicht der Lieblingsfeind der Inder, Pakistan. Hier hält sich Indien genau an das große Vorbild USA. Indien ist die Supermacht, die eigentlich nur den Frieden will, auf der anderen Seite das böse Pakistan. Es sind Terroristen, die Indien zerstören wollen. Ähnliches kennt man aus den Konflikten der USA mit z.B. der ehemaligen UDSSR.

Trotz Krieg und Hass gibt es dann die typischen Bollywoodelemente, die eigentlich gar nicht in so einen Film passen. Auch wenn anfangs noch alles toll ist, wird der Film später zum harten Kriegsfilm. In Mitten dieser Szenarien wird dann plötzlich wieder getanzt und gesungen, selbst unter den Soldaten. Hinzu kommt die mal wieder unglaublich lange Lauflänge dieses Pathos. Aber dies kennt man selbst aus den neuen (und alten) Horrorfilmen der Fabriken Bollywood, Lollywood usw. Ich erinnere nur an den Dracula-Clon „Zinda Laash“, der ähnlich nervige Geschütze auffuhr.

Wie es sich vor Bollywood gehört, ist „Lakshya“ zumindest in den Hauptrollen gespickt mit Superstars, damit der Film auch ja ein Hit in Indien wird. Dazu gehört der kommende neue Superstar Hrithik Roshan, der schon bald Shar Rhuk Khan den Rang ablaufen könnte. In einer Nebenrolle ist die indische Legende Amitabh Bachchan als Oberst zu sehen. Diese Namen sorgen schon dafür, dass die Leute scharenweise ins Kino laufen.
Der europäische Zuschauer wird infolgedessen mal wieder äußerst irritiert sein, wenn im Krieg immer mal wieder gesungen und getanzt wird. Wie es in Bollywood üblich ist, wird am Ende natürlich alles gut, die Pakistani geschlagen und Karan und Romi werden glücklich natürlich ohne einen einzigen Kuss, dies geht in Bollywood natürlich noch nicht.


Fazit: „Lakshya“ mag für indische Verhältnisse was neues sein, den europäischen Betrachter haut dies allerdings nicht vom Sockel. Leider gelingt es dem indischen Film immer noch nicht, ein wenig „europäischer“ zu werden, d.h., gewisse Sing- und Tanzeinlagen mal etwas zu unterbinden und Filme auch mal anders enden zu lassen. Doch scheinbar ist auf lange sicht Indien dafür noch nicht reif, so wird auch dieser Film sein Fans finden. Mir ist der Film leider mal wieder zu vorhersehbar, orientiert sich zu sehr an Amerika (Gut-Böse-Einteilung). Dafür sind die Effekte nicht schlecht, die Schauspielers recht sympathisch. Zum einmaligen anschauen sicherlich geeignet, mehr aber auch nicht.


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