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Mord und Margaritas (2005)

Eine Kritik von alpha&omega (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 28.09.2006, seitdem 880 Mal gelesen


„Sie sind Spion oder...?“ so die Frage des Geschäftsmannes Danny Wright (Greg Kinnear) an Julian Noble (Pierce Brosnan), der ein ziemlich abgefuckter Auftragskiller ist.

Die Konnotation von Pierce Brosnan mit James Bond 007 ist so naheliegend wie das "Amen" in der Kirche. Doch in „Mord und Margaritas“ beweist Brosnan, dass er nicht nur den aus dem Ei gepellten Geheimagenten mimen kann!


Zur Story:

Julian Noble ist Auftragskiller und ein richtiger Assi! Taktlos, auf junge Mädchen stehend und saufend, lebt er sein Leben ohne festen Wohnsitz. Als er in Mexiko einen Auftrag erledigt, lernt er in einer Bar, bei ein paar Margaritas, den Geschäftsmann Danny Wright kennen, der gerade kurz vor einem großen Vertragsabschluss steht. Beide unterhalten sich und lernen sich, nach anfänglicher auf Gegenseitigkeit beruhender Skepsis, näher kennen. Sie verlieren sich jedoch aus den Augen und Julian versaut ein paar Aufträge, was ihn nun seinen Kopf kosten soll. So entschließt er sich sechs Monate nach dem ersten Zusammentreffen, nach Denver zu Danny und seiner Frau Bean (Hope Davis) zu fahren, denn Danny ist ihm noch etwas „schuldig“...


Echt ungewohnt! Pierce Brosnan mal ganz anders! Einen Oberlippenschnauzer à la Tom Selleck und legere Hemden tragend macht er eine gewöhnungsbedürftige, aber gute Figur! Goodbye Gentleman, Hello Voll-Assi! Extremer hätte der Rollenwechsel nicht ausfallen können. Im höchsten Maße selbstironisch verabschiedet sich Brosnan von seinen früheren Rollen als smarter und scheinbar für die Frauenwelt attraktiv wirkenden Secret Service Agenten. Die Anspielungen auf seine frühere Karriere werden manifest mit Aussagen wie z.B.:„Sie sind Spion oder...?“ oder latent, durch die extrem konträre Persönlichkeit Julian Nobles, gemessen an James Bond, in „Mord und Margaritas“ deutlich.
Für Brosnan eine harte Aufgabe sich von seinem erkämpften Bond-Image zu lösen, aber meines Erachtens gelingt ihm das sehr gut. Er präsentiert sich als vielseitiger Schauspieler, der, so hatte ich das Gefühl, bedeutend lieber den Proll mimt, als den Gentleman mit der Lizenz zum Töten. Das bedeutet aber nicht, dass seine Leistungen als Bond schlecht wären!
Greg Kinnear in der Rolle des zunächst eher unscheinbaren Geschäftsmannes Danny Wright, spielt seine Rolle sehr gut. Hope Davis, als seine Frau, spielt gut, aber hat einen zu kleinen Wirkungsrahmen in diesem Film.
Plottechnisch schwächelt „Mord und Margaritas“ ein wenig, als Noble zu den Wrights nach Denver kommt und zu Anfang, wo Danny nicht sonderlich irritiert ist von der Tatsache, dass Noble Auftragskiller ist. Aber es ist ein Film und da muss ja nicht immer alles realistisch sein.


FAZIT:

Im großen und ganzen überzeugt „Mord und Margaritas“ überwiegend von den schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Insbesondere Brosnan beweist, dass nicht nur Bond cool ist, sondern auch der verhurte und versoffene Auftragskiller Julian Noble. Plottechnisch ist „Mord und Margaritas“ nix außergewöhnliches, aber das muss er auch nicht sein! Leben und Charme wird dem Film, durch den Protagonisten eingehaucht und das ist mir so lieber, als umgekehrt.

9 von 10 Punkten Mr. Noble, Mr. Julian Noble! Einen Margarita bitte... geschüttelt- nicht gerührt!


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