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Strings (2004)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 21.08.2010, seitdem 547 Mal gelesen


Ein König begeht Selbstmord, um den Platz für seinen Sohn zu räumen. Er schreibt einen Abschiedsbrief, in dem er diesen vor seinem Bruder warnt, den er für niederträchtig und für den Thron ungeeignet erachtet. Doch dann findet der verschlagene Bruder den Abschiedsbrief doch und inszeniert den Tod des Königs als Mord eines verfeindeten Volkes. Er stachelt den Sohn des Königs an, sodass sich dieser auf einen Rachefeldzug begibt und nimmt dessen Schwester gefangen, als sie den Abschiedsbrief findet.

"Strings" ist fast schon ein tragisches Projekt. Der Marionettenfilm von Anders Ronnow Klarlund ist ziemlich innovativ und einzigartig. Die sonst eher lästigen Fäden an seinen Puppen werden hier in den Film integriert, es gibt einen Lebensfaden, dessen Durchtrennen zum Tod der betreffenden Figur führt, darüber hinaus weiß niemand so recht, welche höher Macht die Fäden eigentlich lenkt, da diese scheinbar unendlich weit in den Himmel ragen. Und auch bei den Details ist die Marionettenwelt einfallsreich durchkonstruiert, so werden Kinder hier etwa nicht geboren, sondern geschnitzt, die Figuren nicht gesund gepflegt, sondern einfach repariert oder mal eben zur Tarnung umlackiert.

Ob jedoch ein Drama, das in seinem Aufbau durchaus an Shakespeare erinnert, der richtige Stoff für diese Inszenierung ist, bleibt überaus fraglich. Zwar ist der Plot als solcher, auch wenn es nicht allzu viele Überraschungen gibt, solide bis ordentlich konstruiert, während auch die Charaktere an Profil gewinnen, aber irgendwie wollen Story und Inszenierung des Films nicht so recht zusammenpassen. So gehen die Innovationen letztlich einfach unter, weil der Film keine Gefühle erzeugt. Die Marionetten haben überhaupt keine Mimik, nicht einmal Mundbewegungen, sind stattdessen vollkommen starr und so sind sie als Charaktere in einem Film einfach nicht so richtig ernst zu nehmen. Außerdem wirkt der Monumentalfilm leider eher wie ein Kasperle-Theater, als dass er einen wirklich epischen Atem entfalten könnte. So wirken die Schlachtsequenzen fast schon unfreiwillig komisch, während trotz des dröhnenden Scores und der liebevollen Kulissen keine Atmosphäre, kein Eindruck von Gewalt und Größe entstehen. Es wirkt einfach alles klein, obwohl es groß gedacht war.

Fazit:
Einen epischen oder monumentalen Atem kann "Strings" letztlich leider überhaupt nicht entfalten, auch wenn es durchaus redlich versucht wird. Hätte man die Ideen rund um die Marionettenwelt, die hier konstruiert wird, in einem anderen Zusammenhang verwendet, wäre wohl deutlich mehr drin gewesen.

50%  


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