Ansicht eines Reviews

Hard-Boiled (1992)

Eine Kritik von Eddem (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 22.07.2006, seitdem 492 Mal gelesen


"Hard Boiled" ist ein ultimatives Action-Spektakel und eine
der größten Materialschlachten die ich kenne.

Story:

Inspektor Yuen oder auch Tequila genannt (Chow Yun-Fat) und sein Partner ermitteln verdeckt in einem Teehaus. Dort sollen sich nämlich einige Waffenschieber zu einem Deal treffen. Plotzlich eröffnen einige Gangster das Feuer und schießen wie wild um sich. Ebenso eröffnen Inspektor Tequila und sein Partner das Feuer und strecken einige von den Verbrechern nieder. Während des Einsatzes wird Tequila´s Partner von einem Waffenschieber mit Kugeln zersiebt und stirbt noch qualvoll vor Ort. Aus Rache und voller Wut schießt Inspektor Tequila wie wild um sich und trifft alle Waffendealer die vor Ort sind.
Kurze Zeit später taucht die Polizei und Tequila´s Vorgesetzter Pang (Philip Chan) auf.
Dieser erklärt dem Inspektor, das es sich um einen von den Toten um einen Undercover Cop handle, der ebenfalls zu dem Zeitpunkt verdeckt ermittelte.
Super Intendent Pang will Tequila den Fall wegnehmen und ihn mit einem anderen beauftragen. Doch Tequila interessiert nur eins: Rache für seinen getöteten Partner. Zudem will er die Hintermänner die für den Waffendeal verantwortlich waren, ein für alle Mal hinter Schloß und Riegel bringen. Einer der größten Waffenschieber ist Johnny Wong (Anthony Wong). Tequila will ihm und seine Organisation, wenn es sein muss im Alleingang erledigen. Dabei trifft er im Laufe seiner Ermittlungen auf Tony (Tony Leung), der ebenfalls als Undercover Cop arbeitet. Dieser will Johnny Wong ebenfalls an den Kragen. Beide beschließen das sie vereint mehr ausrichten können. Deshalb tun sie sich auch zusammen.
Von nun an kämpfen beide Seite an Seite um den skrupellosen Waffenschiebern ein für alle Mal das Handwerk zu legen.
Ein blutiger Machtkampf zwischen Polizisten und Verbrechern findet statt, aus dem nur ein Sieger hervorgehen kann.

Schauspieler:

Chow Yun Fat spielt Inspektor Yuen/Tequila.
Normalerweise spielt er ja oftmals den Killer mit moralischen Grundwerten. Hier zur Abwechslung mal den knallharten Bullen. Diesen spielt er mit Bravour. Er ist sehr überzeugend und bringt die Wut, Trauer und den Frust seiner Rolle sehr gut rüber. Ihn kümmern die Vorschriften mittlerweile einen Dreck und er hat nur noch ein Ziel vor Augen: Johnny Wong und seine Organisation hochnehmen.
Auch sehr cool, die „In meinem Büro schreie nur ich" Rede.
Chow Yun Fat wirkt zwar entschlossen und furchtlos, aber er ist nicht rücksichtslos, so wie es ihm sein Boss oft vorwirft.
Seine Karriere interessiert ihn nicht und das er kurz davor ist, supendiert zu werden, ebenso wenig.
Allein durch sein Chow Yun Fat´s Charisma ist dieser Film sehenswert.

Tony Leung spielt Tony/Alan.
Auch er ist ein sehr guter Schauspieler. In den ruhigen Momenten bringt er seine Gefühle gut zum Ausdruck. Vor allem seine Gespräche mit Chow Yun Fat haben es in sich. Allerdings macht ihm seine Arbeit als verdeckter Ermittler zu schaffen. Er macht sie einfach schon so lange und weiß nicht mehr so Recht auf welcher Seite er steht.
Er wirkt verwirrt und muss ständig aufpassen das er von keinem Bullen umgenietet wird oder das seine Deckung auffliegt. Er ist ein von Gewissensbissen zweifelnder Cop, der sogar bereit wäre jemanden zu töten, wenn man es von ihm verlangen würde.

Chow Yun Fat und Tony Leung harmonieren sehr gut miteinander. Daraus ergeben sich auch einige gute Dialoge über deren Ansichten über den Alltag eines Polizisten, damalige Traumjobs der beiden, wie sie über die Verbrecherwelt denken etc.
Das alles auch teilwiese witzig gehalten.

Anthony Wong spielt Johnny Wong.
Als Bösewicht wirkt er fast schon zu lässig und zu cool. Aber wie gesagt auch nur fast. Er ist wild entschlossen jeden Gegner aus dem Weg räumen, nur um alleine an der Macht zu stehen. Johnny Wong ist rücksichtslos und versucht immer auf neue Wege wie er zu noch mehr Geld kommt.
Er ist skrupellos und zudem hasst er Bullen. Wenn er auf jemanden trifft dann lässt er ihn zusammenschlagen und anschließend auf grausame Weise töten.
Er ist einfach eiskalt.

Philip Chan spielt Super Indendent Pang (Polizeichef).
Er kann Tequila nicht ausstehen. Weil dieser selbst das Gesetz in die Hand nimmt und Befehle missachtet. Er trägt eine Menge Verantwortung gegenüber seinen Leuten. Weshalb er sie auch schützen muss. Er tut sich aber auch dabei schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Dennoch eine klare Authoritätsperson, die man einfach respektiert.

Inszenierung:

Die Action ist hier das Herzstück des Film. Es gibt 3 große Schiessereien und auch zwischendurch ein paar kleinere. Die erste findet im Lagerhaus statt und gibt dem Zuschauer schon mal einen kleinen Vorgeschmack, was ihn erwartet. Diese ist 1 A inszeniert und bietet viele blutige, harte und derbe Shootouts, wo auch eine größere Anzahl von Leuten ihr Leben lassen müssen. Dabei wird beidhändig von Chow Yun Fat geballert, über Tische, Stühle und Thresen gesprungen und alles umgenietet was sich auch nur bewegt.
Es kommt auch eine Uzi zum Einsatz, die mit einem recht guten Mündungsfeuer von John Woo ausgestattet wurde.
Eine sehr gute Idee: Chow Yun Fat benutzt beim Fall das Treppengelände als Rückenlehne um so ein paar Gangstern mit der 45er in jeder Hand nieder zu strecken. Sehr geil gedreht das Ganze.
Danach gibt es eine kurze Verschnaufpause und man lernt erst einmal die Charektere etwas besser kennen.
Die 2te große Schiesserei lässt auch nicht lange auf sich warten und folgt zugleich. Diese findet in einem Lagerhaus statt. Dabei belauscht Chow Yun Fat erst mal die Waffenschieber und läd ganz cool und lässig seine Shotgun durch.
Kurze Zeit später lässt er sich vom Lagerdach abseilen und erledigt im Flug ein paar Verbrecher mit dem Maschinengewehr.
Daraufhin entbrennt John Woo eine Actionsequenz nach der anderen.
Chow Yun Fat zieht von seinem Rücken die Shotgun hervor und schießt mehrere Feuerstöße in Richtung Waffenschieber. Diese feuern wie wild zurück und es kommen auch einige Handgranaten zum Einsatz, die explosionsartig auch sofort hochgehen.
Man sieht wie in Zeitlupe die Leute in dem Kugelhagel an einem vorbei springen und wie Einschusslöcher in Gebäuden und herumstehenden Wagen einschlagen. Dabei kracht und rummst es gewaltig, das man als Zuschauer nur noch grinsend und mit offenem sabbernden Mund vor dem Bildschirm sitzt. Das alles wirkt furios beschrieben, noch besser ist es aber inszeniert. Und wenn man schon glaubt das es unmöglich noch heftiger zugehen kann, dann beweist uns John Woo das Gegenteil.
Die 3te und somit letzte Schiesserei findet in einem Krankenhaus statt. Dazu musste ein komplettes Krankenhaus nachgebaut werden, nur um es später wieder in Schutt und Asche zu zerlegen. Dabei wird es fast vollständig in die Luft gesprengt.
Beim Krankenhaus erreicht der Bodycount unvorstellbare Höhen. Es wird geschossen, durch Fenster gesprungen, wieder geschossen, wieder fliegt etwas in die Luft etc. So geht es gut 3/4tel des Films so.
Einer der Gangster hat ein Maschinengewehr mit zusätzlichem Granatwerfer. Ist klar, das man damit riesige Löcher in Wände, Türen und Fenster schießen kann.
Man muss sich das mal vorstellen: Chow Yun Fat und Tony Leung laufen schwer bewaffnet durch das Krankenhaus und schießen sich durch eine Horde von Gegnern, das es wahre Freude macht, beiden bei ihrer Arbeit zuzugucken, das man am liebsten miteinsteigen würde.
Es gibt wieder viele blutige Einschusswunden wie auch Headshots und das mit einem immens hohen Munitonsverbrauch, das selbst „Rambo" blaß werden könnte.
Jede einzelne Actionsequenz und jedes Shootout wirkt perfekt durch choreographiert.
Wobei J. Woo den Perfektionismus immer bis auf die Spitze treibt. Die Kamera ist immer an der richtigen Stelle platziert und liefert Spitzenbilder. Als Zuschauer entgeht einem somit nichts an diesem Action und Gewaltspektakel.
John Woo schreckt auch vor nichts zurück. Es müssen auch eine Vielzahl von Zivilisten und Krankenhauspersonal dran glauben. Die Musik und der Stil des Films sind auch sehr westlich angepasst.
Vor allem die beiden bereits erwähnten Gespräche von Chow Yun Fat und Tony Leung haben etwas von einem amerikanischen Buddy Movie.
„Hard Boiled" wurde gerade mal für 4,5 Mil. $ gedreht. Und er bietet auch so einiges mehr als vergleichsweise teuere Filme aus dem Actiongenre.
Man muss auch nicht andauernd irgendwelche Autos oder Gebäude in die Luft jagen um einen guten Actionfilm abzuliefern. Vor allem reichen gut eingesetzte und gezielte Explosionen, wie die Zerstörung eines Briefkastens, das beim Zuschauer Stimmung aufkommen lässt und ihn ins Staunen versetzt. Auch der Einsatz von Zeitlupe sitzt immer an der richtigen Stelle. Nie zu viel und nie zu wenig.
All diese Dinge machen aus „Hard Boiled" ein ultimatives Action Highlight der Superlative. Und das ist keine Übertreibung.

Fazit:

Die Story ist bei „Hard Boiled" zwar zweitrangig, was aber nicht heißen soll, das keine vorhanden ist, sondern sie ist auch sehr gut in Szene gesetzt und glaubhaft. Auch wenn sie das Genre nicht neu erfindet.
Aber sie dient nicht nur als Verbindung zwischen den Actionszenen, so wie man es von x-anderen Actionfilmen aus dieser Zeit kennt.
Denn die schauspielerischen Leistungen sind für einen HK-Actionfilm wirklich überzeugend dargestellt.
Bei „Hard Boiled" handelt es sich meiner Meinung nach um den besten HK-Action-Streifen.
Jeder der sich selbst als Actionfan betitelt muss ihn in der Sammlung haben, oder zumindest sollte er ihn mal gesehen haben.
Denn mehr Shootouts und Action wird man in keinem anderen Film wiederfinden als in „Hard Boiled".


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Eddem" lesen? Oder ein anderes Review zu "Hard-Boiled (1992)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Eddem

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

261 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Verdammte der Inseln, Der (1952)
Mein wunderbarer Waschsalon (1985)
Hereafter - Das Leben danach (2010)
Get the Gringo (2011)
Blade 2 (2002)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich