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Fünf blutige Stricke (1968)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 06.03.2005, seitdem 1007 Mal gelesen


Sein berühmtberüchtigter Ruf eilt „Fünf blutige Stricke“ meilenweit voraus, doch warum ist fraglich, denn der höchst mittelmäßige Spaghettiwestern hat nun wirklich keine außergewöhnlich brutalen Szenen anzubieten, sondern liefert nur die x-te Story des einsamen, wortkargen Rächers ab. Italiens Vielfilmer Antonio Margheriti („Der Tod reitet mit“, „Jäger der Apokalypse“), dessen Filmografie ja nun auch viel Besseres beinhaltet, schickt den ehemaligen Sandalenmeister und späteren Hongkong-B-Mimen Richard Harrison als Rocco los, um den Tod an zwei Freunden zu rächen. Ein perfekt ausgeklügelter Coup ging schief, seine Mitstreiter verrieten sie und nun ist er mit fünf blutigen Strickenden unterwegs, um ein für allemal reinen Tisch zu machen.

Aus diesem Standardmotiv vermag Margheriti selbstverständlich wenig Neues herauszukitzeln und zeigt sich „Fünf blutige Stricke“ als standardisierte Genrekost nach der zu oft genutzten, erfolgreichen Formel. Rocco klappert kapitelweise die entsprechenden Städte ab, knallt den Gesuchten ab und zieht weiter. Woher er immer weiß, wo sie sich gerade aufhalten? Egal.

Die Action setzt sich aus den obligatorischen Schießereien, einem Messerwurf und wüsten Prügeleien zusammen, wobei Rocco auch schon mal seine Sporen zu tödlichen Werkzeugen umfunktioniert – auch die blutigste und trotzdem harmlose Szene im Film. Von Opfer zu Opfer wird die Angelegenheit schwieriger. Zwischendurch macht er sich auch mal selbst zum Sheriff um quasi nebenher noch ein unterdrücktes Kaff zu befreien.

Mit vielen Attributen kann Harrison seinen Charakter nicht ausstatten, weswegen solche Kaliber wie Clint Eastwood, Franco Nero oder Lee Van Cleef in einer ganz andere Liga spielen. Zynismus ist hier ein Fremdwort und auch die kniffeligen Duelle sind von unspektakulärer und wenig spannender Natur. Das einzig Interessante ist die Identität des fünften Mörders, doch weil die Auswahl so klein ist, fällt es nicht schwer darauf zu kommen. Immerhin wird dank diesem dann ein nicht alltägliches Finale in einer Schwefelmine geboten.

Vom geschickten, schnell ziehenden, auch zahlenmäßig überlegende Gegner in die ewigen Jagdgründe schickenden, Rächer, über das Sympathien für den einsamen Charakter entwickelnde Frauenzimmer, saufende, unfreundliche Mexikaner, Rocco jedes Mal unterschätzende Gegner, bis hin zum notfalls eingreifenden Helfer im Hintergrund vereint „Fünf blutige Stricke“ so allerlei Konventionelles und überrascht deswegen auch nie. Einzig und allein der ausgebleichte Professor in seinem eigenartigen Wrack bricht hier optisch etwas heraus.


Fazit:
Durchschnittlicher Revenge-Western mit den üblichen Ingredenzien, der aus irgendeinem Grund einen ziemlich berüchtigten Ruf genießt, dem er niemals gerecht wird. „Fünf blutige Stricke“ richtet sich an alle, die von den typischen Italo-Western nicht genug bekommen können, setzt aber keine Akzente hinsichtlich seiner Verwandten, unterhält aber ganz passabel. Ein paar Schießereien hier, ein paar Prügeleien dort und dazu ein ordentliches Titellied mit Namen „Vengeance“ – das soll’s hier gewesen sein.


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