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Glory (1989)
Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 28.03.2005, seitdem 351 Mal gelesen
Regisseur Edward Zwick hat ein Händchen für militaristische Stoffe. "Glory" gestaltet sich als ein fesselndes Kriegsdrama, das ein relativ unbekanntes aber umso beachtenswerteres Kapitel der amerikanischen Bürgerkriegsgeschichte auffrischt: Den tapferen Einsatz des 54. schwarzen Nordstatten-Infantrieregiments bei der Bestürmung der Festung Charlston. "Glory" zeigt die Geschichte des zunächst wilden und undisziplinierten Haufens von seiner schwerfälligen Aufstellung bis zum heldenhaften Untergang im feindlichen Artillerie- und Gewehrfeuer.
Vor allem die gut ausgestalteten und von ihren Schauspielern erstklassig verkörperten Charaktere wissen dabei den Film stets mitreißend zu halten. Auch wenn Matthew Broderick etwas sehr untersetzt und kindlich wirken mag, so strahlt er doch einiges an Charisma aus und findet schließlich auch den spektakulären Heldentod wie sie meisten seiner schwarzen Untergebenen. Denzel Washington verkörpert den ewigen Rebellen, der jedoch an der Front geleutert wird und wahre Werte kennen lernt - angeleitet durch den besonnenen Unteroffizier Morgan Freeman. Auch die kleineren Nebenrollen wie der bebrillte Schwarze sind gut getroffen und kommen sehr autentisch rüber.
Inhaltlich bietet Glory - abgesehen von dem historischen hintergrund - hingegen keine großen Überraschungen und zeigt uns die üblichen Ausbildungsszenen, Konflikte zwischen Weissen und Schwarzen sowie letztlich die obligatorischen Massen-Kriegsszenen (die natürlich nicht wirklich mit dem Aufwand eines Mel Gibschen Patrioten mithalten können). Dennoch bleibt das Geschehen stets zweckmäßig spannend und hat einige beeindruckende Szenen in petto, wie beispielsweise das Niederbrennen einer Siedlung oder die intensive Peitschszene.
Mir persönlich wurde zwar so Manches etwas zu sentimental und manchmal auch klischeehaft dargestellt, unterm Strich hat man an Edward Zwicks "Glory" jedoch einen absolut sehenswerten, technisch überzeugend umgesetzten und top gespielten Kriegsfilm, der nicht zuletzt durch seine interessante, auf Tatsachen beruhende Thematik jede Minute wert ist.
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